Inmitten der Krise

Wenige Monate nach seiner Ankunft in Ecuador, kam es zu politischen Unruhen. Konstantin aus Hamburg blickt zurück auf die Proteste, an denen insbesondere die indigene Bevölkerung beteiligt war. Außerdem stellt er fest, wie sehr er bereits an seiner Freiwilligenarbeit hängt.

Die großen Protesten und Streiks zwischen dem 3. und 13. Oktober 2019 waren die heftigsten Proteste in Ecuador seit mehr als 15 Jahren. Was ist eigentlich passiert?

Idyllische Ausblicke in Ecuador. Die politische Lage war in Konstantins ersten Monaten hingegen angespannt. Foto: Konstantin Gehrer

Der Präsident von Ecuador (Lenín Moreno) hat am 3. Oktober die Subventionen für Öl und Benzin gestrichen, um den Anforderungen des Internationalen Währungsfonds zu genügen. Dies bedeutete über Nacht eine Erhöhung der Benzinpreise von 1,80$ auf 2,40$ für die Gallone. Zudem wird in vielen vor allem ärmeren Regionen mit Öl geheizt. Der Preis für einen Öltank hat sich verdreifacht. Nun kostete eine Busfahrt in Guayaquil nicht mehr 30 Cent, sondern 40 Cent. Weiter erhöhten sich auch alle Kosten von Lebensmitteln, insbesondere diejenigen mit einem längeren Transportweg. Weiterlesen

Dieser Abschied wird mein Herz zerreißen

Jonas Maxein (20 Jahre, Bild: 3. v. r.) aus Neuwied verbringt seinen Freiwilligendienst in Paraguay. Dort unterrichtet er benachteiligte Kinder im Trompetespielen. In seinem neuesten Blogbeitrag schaut er dem baldigen Ende seines Abenteuers entgegen und erklärt, was er am meisten vermissen wird.

Die Zeit rast

Es ist unglaublich, wie die Zeit verfliegt. Das Ende meines Freiwilligenjahres rückt gefährlich nahe, aber richtig bewusst ist mir das erst letztens geworden. Ich bin schon so lange hier in Paraguay, dass ich bereits den zweiten Blogbeitrag für den Adveniat-Blog verfasse. Ich bin bereits schon so lange hier, dass ich bei Filmen keine Untertitel mehr benötige, um sie zu verstehen. So lange, dass ich zu einem Großteil vergessen habe, wie Deutschland ist. So lange, dass ich mich mit den meisten Paraguayern ohne Probleme verständigen kann und sie manchmal sogar erst später merken, dass ich einen ausländischen Akzent habe. Und das obwohl ich ohne Spanisch hier angekommen bin. Weiterlesen

Reisen in Ecuador, Peru (und Lateinamerika?)

Text/Fotos: Jan Husemeyer

Ufff …! Wie fange ich das hier bloß an? Um ehrlich zu sein, fiel mir nicht wirklich leicht ein Thema für den Blog zu finden.

Am Ende habe ich mich, inspiriert durch meine Reise nach Peru, für „Reisen in Ecuador, Peru (und Lateinamerika?)“ entschieden.

Der Ausblick, der auf einen wartet, nachdem man nochmal ein paar weitere Stufen gestiegen ist, ist aber mehr als genug an Kompensation für alle Mühen!

Fernreisen

Bei Reisen zwischen Städten kann es ein wenig anders ablaufen als in Deutschland.

Die besten beiden Beispiele dafür stammen aus meiner Reise nach Peru. Die Reise habe ich anlässlich des Zwischenseminars gemacht. Ich und die anderen Freiwilligen haben noch ein wenig Urlaub daran gehängt, um noch ein bisschen mehr von Peru zu sehen. Weiterlesen

Schutz für Flüchtlinge aus Venezuela

Die Bischöfliche Kommission Adveniat hat auf ihrer Reise nach Ecuador eine Flüchtlingsunterkunft in Quito besucht. Dort leben derzeit 31 Flüchtlinge in einem Zentrum, das von Maristenbrüdern betreut wird. „Der Einsatz und Schutz für Flüchtlinge aus Venezuela ist eine wesentliche Aufgabe für Adveniat“, betonte Weihbischof Reinhard Hauke, stellvertretender Vorsitzender der Adveniat-Kommission.

Die Adveniat-Delegation mit den Flüchtlingen aus Venezuela und Bischof Mario Moronta (Bildmitte) aus San Cristóbal de Venezuela.

In der Einrichtung traf die Delegation auch auf den stellvertretenden Vorsitzenden der Venezolanischen Bischofskonferenz, Bischof Mario Moronta Rodríguez von San Cristóbal de Venezuela sowie auf den Apostolischen Nuntius in Venezuela, Andrés Carrascosa Coso. Mehrere Flüchtlinge aus Venezuela berichteten von ihren Erfahrungen auf der Flucht aus dem Land sowie von den Gründen für ihre Flucht. „Ich habe 31 Jahre als Lehrer in einer kirchlichen Schule gearbeitet“, berichtete ein Flüchtling. „Aber der Lohn von mir und meiner Frau reichte einfach nicht mehr zum Überleben für meine Familie.“ Durch den anhaltenden Verfall der venezolanischen Währung sei das Geld kaum noch etwas wert gewesen, berichtete der frühere Lehrer, der bei „Fé y Alegría“ gearbeitet hatte. Als sein Sohn ankündigte, er wolle das Land verlassen, um im Ausland Geld für die Familie zu verdienen, habe er selbst das Kreuz auf sich genommen und seinem Sohn gesagt, er solle sein Examen an der Universität beendigen. Weiterlesen

Die Kulturen der Indigenen im Amazonasraum bewahren

Bischöfliche Kommission Adveniat besucht Ecuador – Treffen beim Amazonas-Netzwerk Repam

Die Delegation der Bischöfliche Kommission Adveniat und Vertreter des Panamazonischen Netzwerkes Repam in Quito/Ecuador.

Die Bischöfliche Kommission Adveniat hat sich im Rahmen einer Dialogreise nach Ecuador über die Arbeit des Panamazonischen kirchlichen Netzwerkes Repam informiert. In der Repam-Zentrale in Quito/Ecuador berichtete Repam-Generalsekretär Mauricio Lopez über die Anstrengungen des Netzwerkes, den Schutz für das „gemeinsame Haus“, die Amazonasregion, sowie für die dort lebenden indigenen Völker zu verstärken. Dabei ginge es auch um die Bewahrung der Kulturen der indigenen Völker, und das sei keine Folklore, sagte Mauricio Lopez: „Repam hätte keine Existenzgrundlage, wenn wir nicht die Spiritualität der indigenen Völker einbinden würden.“ Weiterlesen

Bewegende Eindrücke aus Mexiko

Anne Oelmann unterwegs, den Notizblock immer dabei.

Anne Oelmann, Mitarbeiterin der Spenderkommunikation beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, hat den Mexiko-Referenten Reiner Wilhelm nach Saltillo, Sierra Tarahumara und Mexiko-Stadt begleitet. Schnell ist sie überwältigt von der Arbeit der Kirche in Mexiko. In ihrem Tagebuch wendet sie sich an die Spenderinnen und Spender in Deutschland und berichtet von ihren Eindrücken vor Ort.

Saltillo – am Wegrand der Bestie

Wir sind hier in der Diözese Saltillo, die im Bundesstaat Coahuila weit im Nordosten des Landes liegt und damit an die USA grenzt. Jeden Tag kommen hier viele Menschen an, die aus Honduras, Nicaragua, El Salvador und Guatemala flüchten, weil ihr Leben dort so sehr von Gewalt und Hoffnungslosigkeit geprägt ist. So nehmen sie unsägliche Strapazen auf sich um in die USA zu gelangen – die Chancen dort anzukommen sind gering. Von ihrer Heimat bis zur Grenze der USA sind es tausende Kilometer. Da sie kein Geld für gewöhnliche Verkehrsmittel haben, springen sie auf „die Bestie“, einen Güterzug, der Mexiko von Süd nach Nord durchquert. Mancher stürzt vom Zug und bricht sich ein Bein, andere erleiden Verbrennungen vom in der Wüstensonne glühenden Eisen. Natürlich ist es verboten und die Kontrollen sind nicht zimperlich, geschossen wird immer wieder. Außerdem machen sich die Banden des organisierten Verbrechens über die Reisenden her, wenn sie zwischendurch eine Pause am Rand der Strecke machen. Weiterlesen