Mexiko: Basisgemeinden – Was bleibt?

Nach den unterschiedlichsten Erlebnissen in den jeweiligen (Basis-)Gemeinden und unserem damit einhergehenden Bedarf, alle Erfahrungen einmal richtig „sacken“ zu lassen, kamen wir in Cuernavaca wieder in der ganzen Gruppe zusammen. Das Zentrum für Interkulturellen Dialog und Entwicklung stellte genauso wie das Team alle für eine gute Erholung und Reflexion benötigte Zutaten bereit.

Angekommen am Dienstagabend luden ein wunderschöner Garten, ein Pool und ein mit Getränken gefüllter Kühlschrank dazu ein, gemeinsamen bei mexikanischen Liedern unser Wiedersehen zu feiern. Coca Cola begeisterte Menschen mussten sich dabei etwas anpassen: „Coca Cola is not my friend“ betonte die heimleitende Schwester Kathy, die damit auf den übermäßigen Konsum des Getränks in ganz Mexiko und die damit verbundene Überzuckerung ab dem Kindesalter anspielte und deshalb jenes Erfrischungsgetränk aus ihrer Einflusszone verbannt hat.

Im Vordergrund unserer Tage in Cuernavaca stand zudem die Verbindung zwischen persönlicher Reflexion und dem weiteren reflektieren in unterschiedlichen Gruppen. Mittwoch wurde deshalb ein Dreischritt vorgenommen, der mit folgenden Fragen zusammengefasst werden kann:

1. Einzelreflexion: An was denke ich, wenn ich unsere bisherige Mexiko-Reise revuepassieren lassen? / Was liegt „oben auf“?

2. Gruppenbildung mit jeweils einer Person aus Tula, Neza und Valle de Chalco: Welche Aspekte erachten wir im Zuge unseres Gesprächs über unsere Zeit in Mexiko und in den Gemeinden am wichtigsten, um sie noch einmal zu vertiefen?

3. Neue Gruppenformation zu den vorher herausgearbeiteten Aspekten (nach Interesse): Wie kann man dieses Thema bearbeiten, welche Probleme und Lösungsstrategien ergeben sich? Stellt ca. 5 Punkte zu Skizzierung eures Gesprächs zusammen.

So wurde zu den unterschiedlichsten Fragen, die aus dem zweiten Schritt erarbeitet wurden, diskutiert und die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Darunter fielen Fragen nach dem Transfer der in Mexiko erlebten Gemeindestrukturen auf deutsche Verhältnisse, nach der Analyse von Ungerechtigkeitsstrukturen in Mexiko (die manchmal gar nicht so entfernt von Deutschland liegen) und deren Lösung. Nach diesen drei Einheiten, welche größtenteils durch ausgedehnte Pausen abgelöst wurden, haben viele Teilnehmende das Gefühl gehabt, ihre Gedanken etwas besser geordnet zu haben.

Auch der Donnerstag wurde vormittags der Reflexion geweiht: So wurde in einer Kombination aus Einzel- und Kleingruppenarbeit der Frage nachgegangen, was unsere Reise-Erlebnisse für unser persönliches wie akademisches Theologietreiben bedeutete. Diese wurde durch eine freiwillige Darlegung in der Gesamtgruppe abgerundet, die sehr intensiv und persönlich gehalten war.

Ein interessantes Intermezzo bot ein Zusammentreffen mit Raimundo, der das Zentrum, in dem wir gewohnt haben, mit gegründet hat, um dort eine Plattform für die Arbeit an Menschenrechten und an Missionsarbeit zu ermöglichen.

Der weitere Tag stand der ganzen Gruppe zur freien Verfügung, was allen eine herrliche Gelegenheit bot, den zahlreichen Einkaufsangeboten und Sehenswürdigkeiten in Cuernavaca nachzugehen oder einfach eine kleine Siesta einzulegen, um hinterher am kleinen Pool die Seele baumeln zu lassen. Der Palazio de Cortés war dabei eine tolle Anlaufstelle, da er direkt im Herz Cuernavacas liegt und man noch einen Überblick über Mexikos Kultur und Geschichte, inklusive eines beeindruckendes Wandbildes von Diego Rivera, auf dem zócalo das Treiben der Menschen bei einen cafe con leche und Mariachi-Musik beobachten konnte.

Die gemeinsame Abendandacht fiel leider etwas trauriger aus, da eine Teilnehmerin wegen Nierenschmerzen im Krankenhaus übernachten musste. Unsere zahlreichen Stoßgebete wurden aber erhört: Zum Glück konnte ihr schnell geholfen werden, so dass sie zwar nicht die gemeinsame Fahrt nach Mexiko City am folgenden Morgen mit uns antreten konnte, jedoch in Stefanie Hoppe und Rodrigo Alcantará ein gutes Begleitteam hatte und schon am Abend wieder zur Gruppe hinzugestoßen ist. Wir können uns also gesund und munter auf unsere letzten beiden Tage in Mexiko einstellen.

Antonia