„Im Krankenhaus fehlt es an allem“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Juan Gomez, Arzt

Juan Gomez (27), Arzt

Juan Gomez, 27 Jahre alt, Arzt:

„Ich demonstriere, weil die Situation im Land derzeit sehr, sehr schlecht ist. Gestern war ich auf einer Demo mit einer Kollegin, die von einem Geschoss der Polizei getroffen wurde. Sie hat Verletzungen am Oberkörper.

Ich werde trotzdem weiter auf die Straße gehen und für ein anderes Venezuela demonstrieren, aber ich werde natürlich noch besser aufpassen, dass uns nichts passiert. Mein größter Wunsch ist, dass wir einen Regierungswechsel schaffen. Ich erhoffe mir dann mehr Investition in die Bildung und die Sicherheit. 

Außerdem hoffe ich, dass sich das Gesundheitswesen verbessert. Hier in diesem Krankenhaus fehlt es an allem. Es gibt keine Medikamente, keine Antibiotika, die Klimaanlage und die Fahrstühle funktionieren nicht. Für die Patienten ist das katastrophal.“

 

 

 

Einblicke in das Kinderkrankenhaus „José Manuel de los Rios“ in Caracas (klick aufs Bild, um das Facebook-Fotoalbum zu sehen:

Kinderkrankenhaus Jose Manuel de los Rios

Posted by Tobias Käufer on Mittwoch, 7. Juni 2017


Korrespondent Tobias Käufer

Korrespondent Tobias Käufer

Der Journalist Tobias Käufer hat die Menschen in Caracas, Venezula,
für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat interviewt und fotografiert.

 

 

 

 


Venezuela-Referent Reiner Wilhelm

Venezuela-Referent Reiner Wilhelm

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat trotz der systematischen Abschottungspolitik nach wie vor die Möglichkeit, mit seinen Projektpartnern den Menschen vor Ort direkt zu helfen. „Gemeinsam mit Bischöfen, Kirchengemeinden und Ordensleuten organisieren wir Medikamente und Lebensmittel, damit die Menschen das Notwendigste zum Überleben haben“, erklärt Adveniats Venezuela-Referent Reiner Wilhelm. „Andererseits geht es uns immer auch um die Friedenssicherung. Das Land ist gespalten und wir unterstützen Projekte, die die Einheit fördern.“