Am Rand von Havanna

In Kuba gibt es schönere Ecken als La Guinera. Kein Strand, keine Wellen, stattdessen die Straße von Havanna Richtung Osten, alte LKW und uralte Privatwagen mit defektem Auspuff dröhnen durch den Ort. Schöner wohnen sieht anders aus.

Die Ordensfrauen haben sich vor allem dem Dienst an den Armen, Kranken und Alten verschrieben.

Die Ordensfrauen in La Guinera haben sich vor allem dem Dienst an den Armen, Kranken und Alten verschrieben.

Wer hier gelandet ist, hat eigentlich anderes gesucht. „Die meisten Menschen hier stammen aus dem Landesinneren“, berichtet Schwester Lucia Mercedes Tineo. „Sie sahen dort keine Perspektive mehr und wollten ihr Glück in der Havanna versuchen.“ Jetzt sind sie hier, in La Guinera, 20 Kilometer weg von der Hauptstadt.

Schwester Lucia Mercedes Tineo stammt aus der Dominkanischen Republik und leitet die Gemeinschaft der Schwestern vom Hl. Herzen Jesu in La Guinera am Rand von Havanna, Kuba.

Schwester Lucia Mercedes Tineo stammt aus der Dominkanischen Republik und leitet die Gemeinschaft der Schwestern vom Hl. Herzen Jesu in La Guinera am Rand von Havanna, Kuba.

„Für mich ist das hier das schönste Viertel von Havanna“, sagt Schwester Lucia, und setzt ihr strahlendstes Lächeln auf. „Ich liebe es, hier zu leben.“ Und das, obwohl es den Menschen nicht unbedingt gut geht in La Guinera. Die Probleme, die ohnehin in Kuba herrschen, treffen die Menschen hier besonders. Von den Nahrungsmitteln, die jeder über eine Lebensmittelkarte regelmäßig vom Staat erhält, kann man nicht (über)leben. Die Löhne sind niedrig, und die Chance, von Touristen ein paar Dollar zu erhalten, ist hier so gut wie ausgeschlossen.
„Ja, man muss die Türen verschließen“, berichtet Schwester Lucia. Und die Leute sagen, es sei gefährlich, abends unterwegs zu sein. Schwester Lucia und die beiden anderen Schwestern von der Gemeinschaft „vom Hl. Herzen Jesu“ sind ständig unterwegs. Sie besuchen Familien, Kranke, Alte. Teilen das Wenige, das sie haben.

Im kleinen Garten des Schwesternhauses: Schwester Lucia mit Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck und Prälat Bernd Klaschka, Hauptgeschäftsführer von Adveniat.

Im kleinen Garten des Schwesternhauses: Schwester Lucia mit Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck und Prälat Bernd Klaschka, Hauptgeschäftsführer von Adveniat.

„Viele wissen nicht, was Ordensfrauen sind“, sagt Schwester Lucia, die aus der Dominikanischen Republik nach Kuba kam. Kein Wunder, viele Ordensleute waren nach der Revolution des Landes verwiesen worden. „Dann erzähle ich den Leuten, dass wir katholisch seien, zur Kirche gehörten. Na, dann sei es ja gut, sagen die Leute dann.“ Und das sei einer der Gründe, warum sie La Guinera so liebe, sagt Schwester Lucia.

 

Eine Adveniat-Delegation um Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck ist derzeit unterwegs in Kuba und Ecuador. Der Vorsitzende der Adveniat-Kommission besucht dabei Adveniat-Projekte und spricht mit Projektpartnern über die Situation in den beiden Ländern.