Argentinien: Der Papst und die Frauen

Wichtige Menschen treffen wir in diesen Tagen auf unserer Reise „auf den Spuren von Papst Franziskus“ in Argentinien. Ein leibhaftiger Friedensnobelpreisträger ist dabei, Bischöfe natürlich, Professoren und meinungsbildende Journalisten. Und dann sind da zwei eher zufällige Begegnungen mit zwei Frauen, die mich besonders beeindrucken:

444Andrea Gómez arbeitet an der Pforte der UCA, der katholischen Universität in Buenos Aires. Sie soll Papst Franziskus gut kennen, höre ich. Als ich sie nach dem Heiligen Vater frage, sagt sie strahlend: „Für mich ist und bleibt er Jorge“. Einmal im Monat kam er, als er noch Erzbischof von Buenos Aires war, zu ihr und ihrem Mann zum Mittagessen. „Immer mit der U-Bahn“, betont Andrea. Zurückgebracht habe ihr Mann ihn dann im Auto. Auch heute stehen sie noch in regelmäßigem Kontakt: „Wir telefonieren alle drei bis vier Wochen“, sagt sie strahlend, ehe sie doch ein wenig wehmütig ergänzt: „Ich habe einen Freund verloren, die Welt hat einen Papst gewonnen.“

333Und dann ist da Patricia Figueroz. Ich treffe sie im Comedor, der Armenküche, der Pfarrei St. Cayetano, wo sie arbeitet. Voller Begeisterung erzählt sie, dass sie Kardinal Bergoglio kurz vor seiner Wahl begegnet sei. Das Datum weiß sie genau: es war der 3. November 2012. „Der Erzbischof hat mich in den Arm genommen, einfach so“, ist sie noch immer hin und weg. Und voller Stolz zeigt sie ein Foto, das die Aussage belegt. „Und kurz bevor dann bekannt gegeben wurde, wer zum Papst gewählt wurde, wusste ich, dass es Jorge Bergoglio sein würde.“ Sagt sie und wünscht uns allen Gottes Segen … und natürlich den des Papstes.

Text und Fotos: Stephan Kronenburg