Guatemala: Neue Frisur in fünf Minuten

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Adveniat-Volontärin Christina Weise bekommt spontan die typische Kopfbedeckung der Ixil-Frauen. Fotos: Achim Pohl

Endlich angekommen! Nach einer dreistündigen Autofahrt, Berg rauf, Berg runter, haben wir endlich den Ort Chajul in der Region Ixil erreicht. Am Ortseingang machen wir eine kleine Pause und warten auf Padre Tomás, der uns zur Pfarrei geleiten soll. Froh, endlich die Beine vertreten zu können, steigen wir aus. Kaum stehe ich neben dem Wagen und beobachte das bunte Treiben auf der Straße, tippt mich ein Mädchen an. „Möchtet ihr Stoff kaufen?“, fragt die Achtjährige. Ich schaue meine Adveniat-Kollegin Stefanie Hoppe an und wir sagen gleichzeitig: „Porque no?“ – „Warum nicht?“ Weiterlesen

Guatemala: Unsichtbare Gewalt

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Friedlich sieht er aus, der Basketballplatz gegenüber der Kirche Santa Catarina Pinula. Doch bei Dunkelheit ist es der gefährlichste Ort im Viertel. Fotos: Achim Pohl

Guatemala ist nach Honduras und zusammen mit El Salvador das gefährlichste Land Lateinamerikas. Auf den ersten Blick wirkt es nicht so. Auf dem Platz gegenüber der großen Kirche in Santa Catarina Pinula findet gerade ein Basketballspiel statt. Um das Feld sitzen Zuschauer und nippen an ihrer Cola. Nebenan wird in kleinen Grüppchen Fußball gespielt, manchmal rollt der Ball zu Kleinkindern, die mit ihren Dreirädern unterwegs sind. Gefährlich wirkt das alles nicht.

„Alleine traue ich mich nicht rüber“, sagt mir Marina und schaut von den Treppenstufen der Kirche zum gegenüberliegenden Platz. Die junge Frau wohnt in dem Viertel und engagiert sich in der Gemeinde von Santa Catarina Pinula. „Es ist der gefährlichste Ort hier im Viertel.“ Das sei vor allem bei Dunkelheit so, aber auch jetzt wäre niemand sicher. Die gemütliche Wochenendstimmung trügt. Das Viertel um die Kirche ist ein Rotlichtviertel und Drogenumschlagplatz Nummer eins. Niemandem ist anzusehen, ob er zu einer der berüchtigten Jungendbanden gehört, die in Guatemala alle Menschen in Angst versetzen. Innerhalb von Sekunden könne die friedliche Stimmung umschlagen. „Früher war das nicht so. Da konnten wir auch abends noch mit unseren Freunden auf der Straße spielen. Jetzt treffen wir uns nur noch drinnen“, erzählt Marina. Weiterlesen

Bolivien: Schaumkämpfe mit dem Präsidenten

So zeigt sich Evo Morales gerne - volksnah. Fotos: Achim Pohl/Adveniat

So zeigt sich Evo Morales gerne – volksnah. Fotos: Achim Pohl/Adveniat

Wer an karnevalistische Städte denkt, dem fallen Rio de Janeiro, Venedig oder Köln ein. Aber auch in La Paz wird kräftig gefeiert! Seit Donnerstag gibt es hier jeden Tag kleinere oder größere „entradas“, Umzüge. Traditionelle Musik und Kostüme dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Anders als in Deutschland sind die Zuschauer allerdings nicht verkleidet – und so fielen wir gar nicht weiter auf. Wir, das ist ein kleines Adveniat-Team auf Recherchereise in Bolivien.

Während eines Spaziergangs durch La Paz hörten wir auf einmal Musikkapellen und sahen verkleidete Leute. Wir folgten der Musik und erreichten die Plaza Murillo, wo am Regierungspalast ein Karnevalsumzug vorbeiging. Direkt vor dem Regierungssitz war eine kleine Tribüne aufgebaut, und dort saß ein gut gelaunter Präsident Evo Morales neben Vizepräsidente Álvaro García Linera. Weiterlesen

Bolivien: Karneval zwischen Glaube und Party

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Zum bolivianischen Karneval gehört nicht nur ausgelassenes Feiern, sondern auch eine Segnung und der Dank an Pachamama, Mutter Erde. Fotos: Achim Pohl

Wer in Bolivien Karneval feiert, darf nicht wasserscheu sein. Seit Donnerstag laufen alle Kinder und Jugendlichen mit Wasserpistolen oder Wasserbomben (kleine Luftballons mit Wasser gefüllt) bewaffnet durch die Straßen und „schießen“ jeden ab, der an ihnen vorbeikommt. Auch offene Autofenster entgehen ihnen nicht. Manche Kids sind auch mit Spraydosen voll weißem Schaum bewaffnet.

Den sprühen sie so stark auf ihr Gegenüber, dass Gesicht, Haare und Oberkörper nach wenigen Sekunden komplett weiß sind. Die Tradition ist gleichzeitig Spaß und Geschäft. Überall an den Straßenrändern werden Wasserpistolen, Schaumspray und auch mit Wasser gefüllte Luftballons angepriesen. Viele Marktfrauen schulen von Obst und Gemüse für ein paar Tage auf Wasser um. Schließlich darf einer Woche feuchtes Feiern nichts im Weg stehen. Dabei ist es in El Alto, La Paz, zur Karnevalszeit nicht warm. Ständig weht ein kühler Wind und immer wieder kommen starke Regenschauer runter. Das hindert aber niemanden daran aufzugeben. Entsprechend sehen vor allem die Kids schon nach kurzer Zeit aus: nass und klebrig. Weiterlesen