Bottroper Schüler setzen ein buntes Zeichen gegen Armut

„Liebt nicht in Worten, sondern in Taten!“ – unter dem Motto hat Papst Franziskus im vergangenen Jahr am 19. November 2017 den ersten Welttag der Armen eingesetzt. 16 Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse der Hauptschule in Bottrop-Welheim greifen diese Woche zum Pinsel, um gegen Armut, Ungerechtigkeit und Leid ein buntes Zeichen zu setzen. Angeleitet werden sie von den beiden Künstlern Anne Stickl und Warner Benitez aus Kolumbien.

Die Idee hinter dem Welttag der Armen ist schlicht, aber soll die ganze Welt reichen: Einen Tag lang gedenken Menschen auf der ganzen Welt den „Armen“ und versetzen sich in ihre Lage. Sie sollen aber auch von ihnen lernen. Denn an diesem Tag steht nicht das Materielle, sondern das Miteinander im Vordergrund. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat sich mit der DJK, der KAB, der Duisburger Werkkiste, der Pfarrei St. Johann, dem Petershof und Misereor überlegt: Wie können auch wir nicht in Worten, sondern in Taten lieben? 30 Jugendliche der Hauptschule Bottrop-Welheim sowie der Duisburger Werkkiste und dem Petershof bemalen mit den „Muristas“, den Wandmalern Anne Stickl und Warner Benitez zwei riesige Banner. Die Künstler – extra aus Kolumbien angereist für das Kunstprojekt – gestalten mit den Nachwuchs-Malern ihre Vision von einer besseren Welt ohne Armut. Bunt und farbenfroh wollen sie ein Zeichen gegen die Ungerechtigkeit und Leid setzen. Am Freitag, beziehungsweise Sonntag werden die Banner in Duisburg und in Essen aufgehängt.

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Mit Franziskus in Kolumbien

Auf Einladung der Kolumbianischen Bischofskonferenz begleiten Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer Adveniat, Monika Lauer Perez, Kolumbienreferentin von Adveniat und Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer Misereor und  Papst Franziskus auf seiner Reise und treffen Menschen, die sich für einen dauerhaften Frieden einsetzen.

Rückblick auf unsere Reise durch Kolumbien

Eine Woche waren wir unterwegs in Kolumbien. Immer wieder an den Orten, an denen Papst Franziskus war. Wir besuchten Partnerorganisationen von Adveniat und Misereor, hörten viel zu, stellten Fragen, begegneten Entscheidungsträgern in Kirche, Politik und Zivilgesellschaft. Rückblickend wollen wir einige wichtige Eindrücke beschreiben.

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Ehrenamtlich für Adveniat

Paula an ihrem Schreibtisch

Paula Röhl war zwei Wochen lang Praktikantin bei Adveniat. Foto: Weise/Adveniat

Paula Röhl arbeitet in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Das ist ihr wichtig. Obwohl neben Schule, Hobbys und Freunden nicht so viel Zeit bleibt, engagiert sie sich einmal im Jahr für Adveniat. Warum und wie hat sie aufgeschrieben.

Ich bin 16 Jahr alt und gehe in meiner Freizeit zum Tanzen und Klavierspielen. Außerdem helfe ich ehrenamtlich in der Adventszeit mehrere Tage im Kerzenziehhaus vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit. Ich bin gern dort, weil ich die Arbeit und den Hintergrund sehr wichtig finde. Indem ich mich für Adveniat engagiere, kann ich darauf aufmerksam, wie es anderen Menschen in ärmeren Regionen geht. Gemeinnützige Projekte zu fördern ist meiner Meinung nach ein Schritt, um eine Veränderung im Bewusstsein und in der Wahrnehmung der westlichen Welt zu erzielen.

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„Ich habe eine zweite Heimat gefunden“

Nach einem Jahr Freiwilligendienst in dem vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützten Gemeinschaftszentrum in Paraguay ist das Land für Lisa Berndorfer zu einer zweiten Heimat geworden. Bald geht es zurück nach Deutschland – vorher wollte sie aber noch einen Herzenswunsch in die Tat umsetzen.
Zwei Frauen stehen vor einem Fluss

Lisa Berndorfer hat die Menschen in Paraguay in ihr Herz geschlossen. Foto: privat

„Alles ist relativ“ – Das sagte schon Albert Einstein und auch hier in Paraguay darf ich das an vielen Punkten erleben. Bei meiner Ankunft vor nun schon über elf Monaten hatte ich nicht nur jede Menge Kleidung, Gastgeschenke und Erinnerungsstücke im Gepäck, sondern auch eine „Brille“ aus Wertvorstellungen, Tugenden und Ansichten. Schnell durfte ich lernen, dass sich kulturelle Unterschiede nicht nur auf eine andere Kleidung oder Musik beschränken. Meine „Brille“, mit der ich in Deutschland immer scharf sehen konnte, half mir in vielen Situationen in Paraguay gar nicht mehr. Jetzt, da ich fast ein Jahr lang in eine etwas andere Welt eintauchen durfte, lernte ich zu verstehen, dass Systeme an anderen Orten der Welt anders funktionieren und trotzdem sinnvoll sein können.

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„Ich will etwas verändern“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Jesus Delgado

Jesus Delgado, einer der Initiatoren von „Caracas mi convive“

Jesus Delgado, 21 Jahre alt, Aktivist:

„Ich gehöre zu insgesamt 25 Mitarbeitern der NGO ‚Caracas mi convive‘ (dt.: Caracas bewegt mich). Wir versuchen durch kleine Verbesserungen im Stadtviertel ‚Bloque 23 de Enero‘ die Situation für die Menschen vor Ort zu verbessern. Wir restaurieren Sportplätze oder Kultureinrichtungen.

Ich habe mich dafür entschieden, weil ich hier geboren und aufgewachsen bin. Es ist leicht zu meckern. Ich will etwas verändern und das kann ich am besten, indem ich mit anpacke. Hier bei uns kontrollieren die ‚Colectivos‘ alles, das sind paramilitärische Banden der Regierung. Ohne ihre Zustimmung geht hier nichts. Die Eltern und die Jugendlichen sind sehr dankbar, dass sich jemand um die Verbesserung der Lage vor Ort kümmert. Es kann sein, dass wir uns irgendwann auch einmal politisch engagieren. Einige von uns sind in der Opposition aktiv. Wir als NGO wollen aber bewusst unabhängig bleiben.“

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„Das Gesundheitsystem ist gescheitert“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Dr. Dany Galindano

„Keine Fahrstühle für Patienten“ steht auf dem Schild von Dr. Dany Golindano

Dr. Dany Golindano, Arzt:

„Es fehlt uns vor allem an Antibiotika. Es gibt in den Krankenhäusern zahlreiche Todesfälle, die mit Antibiotika zu verhindern wären. Besonders dramatisch ist das, wenn Patienten nach Operationen Entzündungen bekommen und die Ärzte dann keine Medikamente für die Behandlung haben. Darüber hinaus sind die Zustände in den Sälen, in denen überhaupt noch operiert werden kann, schlecht. Mehr als 5.000 Operationssäle im ganzen Land sind außer Betrieb. Wir Ärzte können den Patienten nicht so helfen wie es sein müsste.

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