Brasilien: „The lost World“

Die Hochebenen Roraimas, an der Grenze zu Venezuela, sind der Schauplatz vieler Geschichten und Mythen. Sir Arthur Conan Doyle siedelte hier seine 1912 erschienene Abenteuergeschichte „The lost World“ an, die Steven Spielberg als Vorlage für seine „Jurassic Park“ Filme diente. Conan Doyle ließ einen Trupp Forscher auf dem Hochplateau auf Dinosaurier stoßen. Sie erblicken dort eine Welt, die eigentlich längst untergegangen schien.

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Dicht umringt wird Armindo Goes Melo (Mitte) von neugierigen Yanomami, als er Fotos auf seinem Handy zeigt. Fotos: Jürgen Escher

Wir sind auch auf Spurensuche, zusammen mit unseren indigenen Gastgebern. Mit ihren Macheten säubern die Yanomamis die Linien und trichterförmigen Vertiefungen im Felsen. „Der Mensch wurde nicht perfekt geboren“, erklärt Armindo Goes, unser Führer auf dem Weg durch den Urwald. „Sein Penis hatte ursprünglich die Form dieser Machete, er war zu groß. Deshalb hat der erste Mensch ihn sich hier an diesem Gestein angestoßen, bis er rund und passend war.“ Weiterlesen

Brasilien: Über den großen Fluss und in die Wälder

Bei Nacht ist der Amazonaswald nichts weiter als eine große Dunkelheit, die sich über die Welt unter uns spannt. Manchmal spiegelt sich das Mondlicht plötzlich inmitten der unendlichen Schwärze, dann wissen wir, dass wir einen der gigantischen Flüsse unter uns haben.

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Thomas Milz (rechts) und Peter Theisen interviewen Armindo Goes Melo, Repräsentant des Yanomami-Volkes. Fotos: Jürgen Escher

Vielleicht war es gerade der Amazonas, der sich dort unten in lang gezogenen Kurven forsch dem Horizont entgegenwindet … Wir fliegen immer weiter in die Dunkelheit. Irgendwo vor uns liegt Boa Vista, die Hauptstadt des Teilstaates Roraima. Weiterlesen

Einblicke ins katholische Medienzentrum in Brasilien

Schild des katholischen Medienzentrums Canção Nova in Brasilien. Foto: Thomas Milz

Canção Nova – ein katholisches Medienzentrum mit impostanten Strukturen. Foto: Thomas Milz

Hunderte Lampen blinken in allen Farben auf, die Klimaanlage brummt und kühlt den Raum auf frostige Temperaturen. Acht zimmerhohe Schaltschränke voll neuester Technologie bilden das Herzstück von „Canção Nova“, Brasiliens größtem katholischen Medienzentrum in der Kleinstadt Cachoeira Paulista. Von hier aus, nur wenige Kilometer vom Wallfahrtsort Aparecida und auf halber Strecke zwischen den Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo gelegen, wird die frohe Botschaft in die entlegensten Winkel Brasiliens gesendet. Weiterlesen

Neue Zeiten, neue Medien

Im Fokus der Kamera: Rios Erzbischof Kardinal Dom Orani Joao Tempesta und der deutsche Medienbischof Gebhard Fürst (links)

Im Fokus der Kamera: Rios Erzbischof Kardinal Dom Orani Joao Tempesta und der deutsche Medienbischof Gebhard Fürst (links)

Delegation aus Deutschland besucht Medienabteilung der Erzdiözese von Rio de Janeiro

„Wir als Kirche wissen, dass jede Epoche neue Kommunikationsmedien mit sich bringt. Erst kam das Radio, dann das Fernsehen, und nun die neuen Medien.“ Rio de Janeiros Erzbischof Kardinal Dom Orani Joao Tempesta setzt beim Dialog mit den Gläubigen verstärkt auf neuen Medienformen im Internet.

„Der Kontakt mit den Menschen ist in dieser neuen Zeit äußerst personalisiert, geht direkt auf die Menschen ein. Wir dürfen nicht versäumen, diese Medien zu nutzen, denn wir würden uns schuldig machen, wenn wir diese Chancen ungenutzt ließen. Man kann mit ihnen Gutes und Schlechtes tun – wir tun Gutes.“ Weiterlesen

Kolumbien: Vom Guerillakämpfer zum Normalbürger

Ausschnitt aus dem Denkmal für die gefallenen Soldaten in Bogota. Fotos: Jürgen Escher

Unser letzter Tag in Kolumbien. In den letzten zwei Wochen sind wir auf der Suche nach Ansätzen für eine Lösung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs kreuz und quer durch das südamerikanische Land gereist, haben die Menschen gefragt, was für sie „Gerechtigkeit und Frieden“ bedeutet. Denn genau so heißt das Motto der diesjährigen Jahresaktion von Adveniat.

Nun sitzen wir auf den Treppenstufen der Santiago-Kirche im südkolumbianischen Pasto und warten auf unseren letzten Gesprächspartner. Er ist spät dran. Die Sonne geht unter, es wird bitter kalt. Doch wir warten. Weiterlesen

Kolumbien: Friedensarbeiter an der Basis

Margarita Martines und Gloria Viuda Hidalgo (Laien einer Coppas-­ Gruppe) besuchen die im Rollstuhl sitzende Luz Angelica Guevera. Fotos: Jürgen Escher

Wir sind in Pasto angekommen, der letzten Station unserer Kolumbienreise. Die auf 2.500 Metern Höhe in einem Tal der Anden gelegene Stadt war lange durch ihre Abgeschiedenheit vom Rest Kolumbiens abgetrennt. Erst seitdem die Pan-Americana-Autobahn sich auf dem Weg an die nur 90 Kilometer entfernte Grenze zu Ecuador an Pasto entlang vorbeischlängelt, fand die Region wieder den Anschluss.

Doch der vom fernen Bogotá aus gesteuerte Staat ist immer noch weit entfernt. Unter Ex-Präsident Álvaro Uribe flossen sogar über Jahre kaum öffentliche Gelder in die von der Opposition regierte Region. Die Ergebnisse der Vernachlässigung sind überall: schlechte Schulen, mangelhaft ausgestattete Hospitäler, kaum Ausbildungs- oder Arbeitsplätze, Sozialwohnungen nur für Anhänger der Regierung, dazu mit Schlaglöchern übersäte Wege. Weiterlesen