Agro ist Pop?

In Brasilien hat das Agrobusiness in den letzten Jahren weiter an ökonomischer und politischer Macht gewonnen. Deswegen beschäftigten sich die Teilnehmer der diesjährigen Frühjahrstagung der Kooperation Brasilien KoBra in Köln vorrangig mit der neuen Macht des Agrobusiness in Brasilien. Bei Podiumsdiskussionen und in Workshops wurde über die aktuelle Situation im Land informiert und diskutiert, auch wurde versucht, einen Umgang damit zu finden.

Matheus Gringo de Assunção (2.v.r.) von MST auf dem Podium der KoBra-Tagung

Matheus Gringo de Assunção und Ceres Hadich von der Landlosenbewegung MST in Brasilien berichteten von neuen Bedrohungen im Land. „Wir haben viele Probleme mit Agrargift. Dann fliegt ein Flugzeug über ein bestimmtes Gebiet und besprüht von oben alles mit Pestiziden – manchmal auch uns. Menschen werden davon krank, Pflanzen, wie unsere Früchte und unser Gemüse, sterben“, sagte die Agronomin Ceres Hadich aus dem Bundesstaat Paraná. In Brasilien werden weltweit am meisten Pestizide eingesetzt. Weiterlesen

Auf dem Feld am Fluss

Schauspielerin Friederike Becht unterwegs im Tiefland von Ecuador

Vom Fluss aus sieht man nur einen schmalen Weg in das Grün hinein. Die Anlagestelle am Río Napo im Tiefland von Ecuador ist eigentlich nur ein freigelegtes Stück Ufer, aber Fernando Alvarado kennt seine Heimat. „Hier geht es zum Yuccafeld“, sagt der 56-Jährige. Das „Feld“ erkennt man daran, dass hier keine großen Bäume stehen. Ansonsten muss Fernando öfters die Machete nutzen, um den Weg durch das Dickicht freizulegen.


Daisy Alvarado (links) erklärt der Schauspielerin Friederike Becht (rechts), wie die Yuccaknollen genutzt werden. Weiterlesen

Venezuelas arme Kirche an der Seite der Armen

Lebensmittel gibt es nur zu horrenden Preisen. Medikamente fehlen. Die galoppierende Inflation frisst den sowieso karg bemessenen Lohn auf. Die Krise in Venezuela spitzt sich immer weiter zu. Die Kirche stellt sich in dieser Situation demonstrativ an die Seite des Volkes, der Menschen, der Armen.


Bischof Raul Biord von La Guaira und Adveniat-Referent Reiner Wilhelm in der Pfarrgemeinde Maria Auxiliadora.

Beeindruckt zeigt sich Adveniats Venezuela-Referent Reiner Wilhelm von der Hilfe, die die Kirche vor Ort im Bistum La Guaira organisiert. Seit eineinhalb Jahren haben 12 der insgesamt 25 Pfarreien gemeinschaftliche Armenspeisungen einmal pro Woche auf die Beine gestellt. Dabei haben sich die Caritas-Gruppen ganz unterschiedliche Modelle einfallen lassen. Gemeinsam ist allen: Es soll die Solidarität und die Gemeinschaft gefördert werden. Neben der Kirche Beata Maria de San José im Stadtteil Zamora kochen in einem großen, schwarzen Topf über offenem Feuer fünf Hühner mit allerlei Gemüse, das die Freiwilligen organisiert und zuvor klein geschnitten haben. Nach der Messe essen rund 100 Menschen gemeinsam, bevor in der Sakristei Kinder gemessen und gewogen, Schwangere betreut und Kranke mit den wenigen Medikamenten versorgt werden. Weiterlesen

Für eine Schulstunde nach Mexiko

Heute hat unser Aktionsgast Indira Berroterán die Goetheschule in Essen besucht, um im Spanischunterricht der siebten, neunten und zwölften Klassen von ihrer Arbeit mit hilfsbedürftigen Kindern in Mexiko-Stadt zu berichten. Es wurde getanzt, gegrübelt, diskutiert – und im Dialog mit Indira reflektierten die Schüler ihre eigenen Lebensumstände.

Mit der siebten Klasse startete die gebürtige Venezolanerin gleich nach der Begrüßung einen spontanen Gruppentanz zum Aufwärmen, um die Schüler anschließend über ihre Vorstellung von fairer Arbeit zu befragen. „Vernünftige Arbeitszeiten“, „nicht zu viele Überstunden“ und „genug Möglichkeiten, sich zu erholen“, hielten die Kinder für besonders wichtig. Aber auch ein „gleicher Verdienst für Männer und Frauen“ wurde gefordert. Weiterlesen

Bottrop wird bunter

„Kinder, die spielen“ – „Freunde“ – „Richtige Häuser“ – „Sauberes Wasser, da schwimmen sogar Fische“… Ganz viele Ideen haben die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse an der Hauptschule in Bottrop-Welheim gesammelt, ihre Visionen von einer Welt ohne Armut. Zum Welttag der Armen, der am 19. November erstmals begangen wird, bemalen sie ein fünf mal fünf Meter großes Banner mit den Künstlern Anne Stickl und Warner Benitez aus Kolumbien. Ein Bild zeigt einen Jungen der Frieden, Toleranz, Freiheit und Gleichberechtigung bringt und damit die Menschen glücklich macht. All diese Aspekte sollen in dem gemeinsamen großen Bild zusammengebracht werden. Weiterlesen