Basisgemeinden

Basisgemeinden

José „Pepe“ Sanchez ist Pfarrer in Ciudad Guzman, einer Stadt im Nördlichen Mexiko. Und er ist Koordinator des nationalen Netzwerkes kirchlicher Basisgemeinden (Comunidades Eclesiales de Base, CEB) in Mexiko. Beim Treffen im Nationalbüro der CEBs in Mexiko-Stadt wird deutlich, dass die Basisgemeinden kein Ding „von gestern“ sind, sondern eine wachsende Bewegung: „Die Generalversammlung der Bischöfe Lateinamerikas 2007 in Aparecida hat die Wichtigkeit der CEBs deutlich hervorgehoben. Das hat uns in unserem Dienst für die CEBs bestätigt“, sagt Pepe Sanchez. Gemeinsam mit Schwester Socorro Martínez stellt er uns die Situation der kirchlichen Basisgemeinden in Mexiko vor. Pepe Sanchez wird im November 2012 als Adveniat-Aktionsgast nach Deutschland kommen.

Nach dem „Theorie-Teil“, der uns Arbeitsweise, Struktur und Realität der CEBs in Mexiko nähergebracht hat, fahren wir gemeinsam mit dem aus Deutschland stammenden Alfons Vietmeier (Adveniat-Aktionsgast 2006) nach Tlalpan, in den Süden von Mexiko-Stadt. Die 30 Millionen Menschen zählende Stadt (kann man dies eigentlich noch Stadt nennen? Oder ist Megalopolis der bessere Ausdruck?) ist vollgestopft wie immer, auch wenn die vor 5 Jahren eingeführten Metrobusse mit ihren eigenen Fahrspuren die ewig hupenden Microbusse verdrängt haben und damit für deutlich mehr Ordnung auf den Straßen gesorgt haben.

In der Pfarrei San Pedro Martír erwarten uns rund 50 Männer, Frauen und Jugendliche aus der Pfarrei. Sie repräsentieren, wie sie uns berichten, die Basisgruppen in der 7 Teilgemeinden umfassenden Pfarrei mit 50.000 Katholiken. Zwei Priester arbeiten hier, „doch ohne den Einsatz der Laien in der Pastoral wäre es nicht möglich, die Pfarrei zusammenzuhalten“, sagt Pfarrer Jesus Ramos.

Treffen in der Pfarrei San Pedro Martit in Tlalpan im Süden von Mexiko-Stadt.

Die Laien leiten Wort-Gottes-Feiern, sorgen für die Katechese, bereiten auf die Sakramente vor und kümmern sich um den Bau und die Instandhaltung kirchlicher Gebäude. Und sie wirken in die Gesellschaft hinein. Die Pfarrei San Pedro Martir unterhält durch den Einsatz der Laien ein Sozial- und Gesundheitszentrum, in dem Ärzte freiwillig tagweise arbeiten. Ein Zahnarzt ist hier ebenso präsent wie eine Gynäkologin, selbst ein Röntgengerät gibt es. „Wir helfen hier Menschen, die kein Geld haben, sich an reguläre Ärzte zu wenden“, erklärt Pfarrer Jesus Ramos.  Daneben gibt es eine Bibliothek, Hausaufgabenhilfe für Kinder und eine Musikschule, die von der Pfarrei gegründet wurde.

„Ich habe hier eine wirkliche Heimat gefunden“, sagt eine junge Frau, die alltags als Professorin an einer Universität arbeitet. „Alle arbeiten Hand in Hand.“

Pepe Sanchez (rechts) wird als Adveniat-Aktionsgadt im November 2012 nach Deutschland kommen.

Im November werden Adveniat-Aktionsgäste aus ganz Lateinamerika über die Arbeit in den Basisgemeinden berichten. Es wird spannend werden: Die versorgte Kirche in Deutschland, die sich bewusst geworden ist, dass diese versorgenden Strukturen nicht mehr haltbar sind, trifft auf Vertreter einer sorgenden Kirche, in der sich die Laien aktiv an der Pastoral beteiligen.