Brasilien – Alexandre, unser “Sesam öffne dich”

Mit der Polizei auf Streife in BrasilienFür unseren Artikel über den Alltag der Kirche in den Favelas  von Vitória, einem der gewalttätigsten Bundesstaaten des Landes, wollten wir gerne die Polizei auf Streife begleiten. Weder die offizielle Anfrage bei der Leitung der Militärpolizei noch der persönliche Anruf des Sicherheitsbeauftragten der Präfektur beim örtlichen Kommandanten brachten uns weiter.

Mit der Polizei auf Streife in Brasilien2Auch eine Gruppe Polizisten, die wir angesprochen hatten, wimmelte uns ab. In einem letzten verzweifelten Versuch fuhren wir wenige Stunden vor unserem Abflug auf gut Glück zum Hauptquartier der Militärpolizei. Unser Begleiter Alexandre Lemos von der Kommission für Frieden und Gerechtigkeit war nicht sehr zuversichtlich, da die Polizei generell keine Presse mag. Doch zufällig kannte unser Taxifahrer den Soldaten, der am Eingang Wache schob. Und das schwere Tor öffnete sich wie von Zauberhand. Einmal drinnen fragten wir uns zur Pressestelle durch, und Alexandre strahlte, als er die zuständige Funktionärin erblickte: es handelte sich um eine alte Bekannte. Plötzlich war innerhalb von einer halben Stunde doch noch möglich, was uns vorher tagelang verwehrt blieb. Ohne persönliche Beziehungen, haben wir festgestellt, läuft fast nichts in Brasilien.

Text: Sandra Weiss

Fotos: Jürgen Escher