Lektion 1: Argentinische Volksmusik

Adveniat-Mitarbeiterin Carolin Kronenburg bloggt aus Buenos Aires, Argentinien

Samstag, 29. Januar 2011

Bei -1 Grad Celsius in Frankfurt gestartet, erwarten mich in Buenos Aires 35 feuchtheiße Grad Celsius. 12.000 Kilometer von Deutschland entfernt ist Hochsommer. Ferienzeit – die Schüler haben von Anfang Dezember bis einschließlich Februar frei. In der Landeshauptstadt (Capital Federal) leben drei Millionen Menschen – die sich übrigens porteños nennen. Der Großraum, Gran Buenos Aires, zaehlt über 12 Millionen Einwohner.

Die ersten zwei Tage wohne ich bei der sechsköpfigen Familie Rosales im schönen Stadtviertel Vincente Lopes, im Norden von Buenos Aires. Die Eltern haben in Deutschland, in München, studiert, die Kinder besuchen die Deutsche Schule in Buenos Aires. Wir sprechen über die politische und wirtschaftliche Situation des Landes, die großen Gegensätze zwischen Arm und Reich, die besonders auch in der Landeshauptstadt sichtbar werden. Tochter Ana hat Psychologie studiert und ist Sozialarbeiterin, ich werde sie in den kommenden Wochen bei der Arbeit besuchen.

Um 21 Uhr, es ist schon dunkel – aber noch immer sehr warm draußen, gehen wir zu einem kostenfreien Konzert im Stadtpark von Vincente Lopez. Die Menschen strömen von allen Seiten – mit Klappstühlen und Matetee ausgestattet – in den Park. Stolz kündigt der Bürgermeister Soledad Villamil an. Eine sehr bekannte argentinische Schaupielerin und Sängerin. Villamil spielte die Hauptrolle in El secreto de sus ojos, der jüngst mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet wurde. Das sei argentinische Volksmusik, erklären mir die Rosales. Die Luft ist geschwängert mit Tangorhythmen. Der Klang von Trompeten und Bandonium ist herrlich. Beim Gedanken an die deutsche Volksmusik muss ich schmunzeln …

Kommentar zu “Lektion 1: Argentinische Volksmusik

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