Bottrop wird bunter

„Kinder, die spielen“ – „Freunde“ – „Richtige Häuser“ – „Sauberes Wasser, da schwimmen sogar Fische“… Ganz viele Ideen haben die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse an der Hauptschule in Bottrop-Welheim gesammelt, ihre Visionen von einer Welt ohne Armut. Zum Welttag der Armen, der am 19. November erstmals begangen wird, bemalen sie ein fünf mal fünf Meter großes Banner mit den Künstlern Anne Stickl und Warner Benitez aus Kolumbien. Ein Bild zeigt einen Jungen der Frieden, Toleranz, Freiheit und Gleichberechtigung bringt und damit die Menschen glücklich macht. All diese Aspekte sollen in dem gemeinsamen großen Bild zusammengebracht werden.

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Bottroper Schüler setzen ein buntes Zeichen gegen Armut

„Liebt nicht in Worten, sondern in Taten!“ – unter dem Motto hat Papst Franziskus im vergangenen Jahr am 19. November 2017 den ersten Welttag der Armen eingesetzt. 16 Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse der Hauptschule in Bottrop-Welheim greifen diese Woche zum Pinsel, um gegen Armut, Ungerechtigkeit und Leid ein buntes Zeichen zu setzen. Angeleitet werden sie von den beiden Künstlern Anne Stickl und Warner Benitez aus Kolumbien.

Die Idee hinter dem Welttag der Armen ist schlicht, aber soll die ganze Welt reichen: Einen Tag lang gedenken Menschen auf der ganzen Welt den „Armen“ und versetzen sich in ihre Lage. Sie sollen aber auch von ihnen lernen. Denn an diesem Tag steht nicht das Materielle, sondern das Miteinander im Vordergrund. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat sich mit der DJK, der KAB, der Duisburger Werkkiste, der Pfarrei St. Johann, dem Petershof und Misereor überlegt: Wie können auch wir nicht in Worten, sondern in Taten lieben? 30 Jugendliche der Hauptschule Bottrop-Welheim sowie der Duisburger Werkkiste und dem Petershof bemalen mit den „Muristas“, den Wandmalern Anne Stickl und Warner Benitez zwei riesige Banner. Die Künstler – extra aus Kolumbien angereist für das Kunstprojekt – gestalten mit den Nachwuchs-Malern ihre Vision von einer besseren Welt ohne Armut. Bunt und farbenfroh wollen sie ein Zeichen gegen die Ungerechtigkeit und Leid setzen. Am Freitag, beziehungsweise Sonntag werden die Banner in Duisburg und in Essen aufgehängt.

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Mit Franziskus in Kolumbien

Auf Einladung der Kolumbianischen Bischofskonferenz begleiten Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer Adveniat, Monika Lauer Perez, Kolumbienreferentin von Adveniat und Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer Misereor und  Papst Franziskus auf seiner Reise und treffen Menschen, die sich für einen dauerhaften Frieden einsetzen.

Rückblick auf unsere Reise durch Kolumbien

Eine Woche waren wir unterwegs in Kolumbien. Immer wieder an den Orten, an denen Papst Franziskus war. Wir besuchten Partnerorganisationen von Adveniat und Misereor, hörten viel zu, stellten Fragen, begegneten Entscheidungsträgern in Kirche, Politik und Zivilgesellschaft. Rückblickend wollen wir einige wichtige Eindrücke beschreiben.

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„Im Krankenhaus fehlt es an allem“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Juan Gomez, Arzt

Juan Gomez (27), Arzt

Juan Gomez, 27 Jahre alt, Arzt:

„Ich demonstriere, weil die Situation im Land derzeit sehr, sehr schlecht ist. Gestern war ich auf einer Demo mit einer Kollegin, die von einem Geschoss der Polizei getroffen wurde. Sie hat Verletzungen am Oberkörper.

Ich werde trotzdem weiter auf die Straße gehen und für ein anderes Venezuela demonstrieren, aber ich werde natürlich noch besser aufpassen, dass uns nichts passiert. Mein größter Wunsch ist, dass wir einen Regierungswechsel schaffen. Ich erhoffe mir dann mehr Investition in die Bildung und die Sicherheit. 

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„Ich möchte eine Zukunft in Venezuela“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Medizinstudentin Oriana Gutierrez

Medizinstudentin Oriana Gutierrez

Medizinstudentin Oriana Gutierrez, 22 Jahre alt:

„Wir müssen alles selbst mit ins Krankenhaus bringen. Es ist praktisch nichts vorhaden, was wir für unser Studium brauchen.

Ich demonstriere, weil ich ein Venezuela möchte, in dem wir uns frei bewegen können. So wie es war, als ich ein ganz kleines Mädchen war. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass wir damals noch um 23 Uhr sicher nach Hause kommen und ohne Probleme zum Supermarkt gehen konnten.

Ich möchte, dass wir jungen Venezolaner eine Zukunft haben. Ich möchte, dass wir uns von unserer Arbeit als Arzt irgendwann ein eigenes Haus und ein eigenes Auto kaufen können. Derzeit haben wir diese Möglichkeiten nicht.
Ob ich meine Zukunft in Venezuela oder in einem anderen Land sehe, hängt auch davon ab, wie sich die politische Situation entwickelt. Ich glaube, da sind wir jungen Venezolaner alle in der gleichen Situation.“

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Mexiko: Eine Welt für sich

Nicht jede Recherche ist einfach, besonders wenn etwas verborgen bleiben soll. Dies erfuhr das kleine Team, das für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat im Norden Mexikos Arbeitsbedingungen in Montagefabriken untersuchte. Was sich hinter den Fabrikmauern abspielt darf die Außenwelt nicht erfahren.
Ein Mann steht vor einem Tor. Dahinter stehen viele weiße Busse.

In den weißen Personal-Bussen werden jeden Tag Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen zu den Maquilas und zurück nach Hause transportiert. Foto: Jürgen Escher/Adveniat

Hintergrundinformationen gibt es zuhauf. InterviewpartnerInnen haben wir genug. Aber logisch, wenn wir eine Reportage machen, sollten wir auch Fotos von den Produktionsstätten haben. Doch leichter gesagt als getan!
Unmöglich, sagt mein Freund Leobardo, der Journalist. Schwierig, die sind da sehr eigen, sagt Vladimir, der als Computerspezialist in einem Unternehmen arbeitet. Kein Problem, sagen Javier und sein Bruder, der Generalvikar. Sie haben Beziehungen über die Kirche.

Wir besuchen eine Fabrik des deutschen Unternehmens Bosch und werden durch die Berufsschule geführt. Ein bislang unbekanntes Konzept in Mexiko. Azubis und Meister arbeiten im Einklang an modernen Betriebsmaschinen auf gelecktem weißen Boden, bauen Produktionsroboter und Halterungen. Die deutschen Chefs kommen uns begrüßen. Wir gehen gemeinsam in der Kantine Mittagessen. Auf Deutsch und Spanisch unterhält man sich. Auf dem Rückweg fehlt der Fotograf Jürgen Escher. Die Bosch-Angestellten geraten regelrecht in Panik. Jürgen ist einfach nur vorgegangen und steht vor dem Eingang der Berufsschule. Wir schmunzeln über die augenscheinliche Aufruhr. Fotos durfte er keine machen. War die Panik aus Angst, dass Jürgen etwas entdeckt, was schön versteckt bleiben sollte?

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