Mit Franziskus in Kolumbien

Auf Einladung der Kolumbianischen Bischofskonferenz begleiten Pater Michael Heinz, Hauptgeschäftsführer Adveniat, Monika Lauer Perez, Kolumbienreferentin von Adveniat und Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer Misereor und  Papst Franziskus auf seiner Reise und treffen Menschen, die sich für einen dauerhaften Frieden einsetzen.

Rückblick auf unsere Reise durch Kolumbien

Eine Woche waren wir unterwegs in Kolumbien. Immer wieder an den Orten, an denen Papst Franziskus war. Wir besuchten Partnerorganisationen von Adveniat und Misereor, hörten viel zu, stellten Fragen, begegneten Entscheidungsträgern in Kirche, Politik und Zivilgesellschaft. Rückblickend wollen wir einige wichtige Eindrücke beschreiben.

Weiterlesen

„Im Krankenhaus fehlt es an allem“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Juan Gomez, Arzt

Juan Gomez (27), Arzt

Juan Gomez, 27 Jahre alt, Arzt:

„Ich demonstriere, weil die Situation im Land derzeit sehr, sehr schlecht ist. Gestern war ich auf einer Demo mit einer Kollegin, die von einem Geschoss der Polizei getroffen wurde. Sie hat Verletzungen am Oberkörper.

Ich werde trotzdem weiter auf die Straße gehen und für ein anderes Venezuela demonstrieren, aber ich werde natürlich noch besser aufpassen, dass uns nichts passiert. Mein größter Wunsch ist, dass wir einen Regierungswechsel schaffen. Ich erhoffe mir dann mehr Investition in die Bildung und die Sicherheit. 

Weiterlesen

„Ich möchte eine Zukunft in Venezuela“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Medizinstudentin Oriana Gutierrez

Medizinstudentin Oriana Gutierrez

Medizinstudentin Oriana Gutierrez, 22 Jahre alt:

„Wir müssen alles selbst mit ins Krankenhaus bringen. Es ist praktisch nichts vorhaden, was wir für unser Studium brauchen.

Ich demonstriere, weil ich ein Venezuela möchte, in dem wir uns frei bewegen können. So wie es war, als ich ein ganz kleines Mädchen war. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass wir damals noch um 23 Uhr sicher nach Hause kommen und ohne Probleme zum Supermarkt gehen konnten.

Ich möchte, dass wir jungen Venezolaner eine Zukunft haben. Ich möchte, dass wir uns von unserer Arbeit als Arzt irgendwann ein eigenes Haus und ein eigenes Auto kaufen können. Derzeit haben wir diese Möglichkeiten nicht.
Ob ich meine Zukunft in Venezuela oder in einem anderen Land sehe, hängt auch davon ab, wie sich die politische Situation entwickelt. Ich glaube, da sind wir jungen Venezolaner alle in der gleichen Situation.“

Weiterlesen

Mexiko: Eine Welt für sich

Nicht jede Recherche ist einfach, besonders wenn etwas verborgen bleiben soll. Dies erfuhr das kleine Team, das für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat im Norden Mexikos Arbeitsbedingungen in Montagefabriken untersuchte. Was sich hinter den Fabrikmauern abspielt darf die Außenwelt nicht erfahren.
Ein Mann steht vor einem Tor. Dahinter stehen viele weiße Busse.

In den weißen Personal-Bussen werden jeden Tag Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen zu den Maquilas und zurück nach Hause transportiert. Foto: Jürgen Escher/Adveniat

Hintergrundinformationen gibt es zuhauf. InterviewpartnerInnen haben wir genug. Aber logisch, wenn wir eine Reportage machen, sollten wir auch Fotos von den Produktionsstätten haben. Doch leichter gesagt als getan!
Unmöglich, sagt mein Freund Leobardo, der Journalist. Schwierig, die sind da sehr eigen, sagt Vladimir, der als Computerspezialist in einem Unternehmen arbeitet. Kein Problem, sagen Javier und sein Bruder, der Generalvikar. Sie haben Beziehungen über die Kirche.

Wir besuchen eine Fabrik des deutschen Unternehmens Bosch und werden durch die Berufsschule geführt. Ein bislang unbekanntes Konzept in Mexiko. Azubis und Meister arbeiten im Einklang an modernen Betriebsmaschinen auf gelecktem weißen Boden, bauen Produktionsroboter und Halterungen. Die deutschen Chefs kommen uns begrüßen. Wir gehen gemeinsam in der Kantine Mittagessen. Auf Deutsch und Spanisch unterhält man sich. Auf dem Rückweg fehlt der Fotograf Jürgen Escher. Die Bosch-Angestellten geraten regelrecht in Panik. Jürgen ist einfach nur vorgegangen und steht vor dem Eingang der Berufsschule. Wir schmunzeln über die augenscheinliche Aufruhr. Fotos durfte er keine machen. War die Panik aus Angst, dass Jürgen etwas entdeckt, was schön versteckt bleiben sollte?

Weiterlesen

Mexiko: Geteilte Stadt

Journalistin Kathrin Zeiske lebt in Mexiko. Für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat recherchierte sie vor Ort mit Fotograf Jürgen Escher – und lernte dabei ihre aktuelle Heimatstadt Ciudad Juárez neu kennen.

In Ciudad Juárez lebt ein Großteil der Bevölkerung in bitterer Armut, obwohl er hart und zeitintensiv arbeitet. Foto: Jürgen Escher/Adveniat

Ich lebe seit über einem Jahr in Ciudad Juárez. Als Zugezogene vergesse ich manchmal, dass es eine geteilte Stadt ist. Und damit meine ich nicht die Grenze zu El Paso, die ebenfalls absurd ist und Familien trennt. In Ciudad Juárez verläuft eine unsichtbare Linie zwischen Arm und Reich.

Natürlich ist sie nicht völlig unsichtbar. Klar ersichtlich ist, dass in den Häusermeeren im Westen und Süden nur materiell arme Menschen im Wüstenstaub wohnen. Und dass die Villen mit Säulen und Kuppelbauten hinter Eisentoren im grün bewässerten Westen der Stadt stehen. Weniger ersichtlich ist, dass sich aus dieser Gegend nie jemand ins Zentrum verirrt.

Weiterlesen

Haiti: Eine Heldin

Journalist Michael Gösele und Fotograf Martin Steffen begleiten für Adveniat Schwester Mirca bei ihrer Arbeit in Jerémie, dem Katastrophengebiet von Hurrikan Matthew auf Haiti.
Eine Frau im Boot schaut aufs Wasser

Schwester Mirca auf dem Weg zur Insel Anse a Maçon, Haiti. Foto: Martin Steffen/Adveniat

Manche machen sich über Ordensschwestern lustig und belächeln sie. Ich kann mich da nicht ausschließen. Das hat sich jetzt geändert. Seit dieser Woche schäme ich mich geradezu dafür. Wir waren nun ein paar Tage mit Schwester Mirca in der Umgebung von Jerémie unterwegs. Jerémie liegt im Westen von Haiti und gehört zu den Regionen des Inselstaates, die vor vier Monaten von Hurrikan Matthew zerstört wurden. Und in diesem Schlachtfeld, hervorgerufen durch eine Naturkatastrophe, arbeitet Schwester Mirca. Sie ist 36 Jahre alt und gehört dem brasilianischen Orden Irmãs do Imaculado Coração de Maria an.

Weiterlesen