Argentinien: Der Papst und die Frauen

Wichtige Menschen treffen wir in diesen Tagen auf unserer Reise „auf den Spuren von Papst Franziskus“ in Argentinien. Ein leibhaftiger Friedensnobelpreisträger ist dabei, Bischöfe natürlich, Professoren und meinungsbildende Journalisten. Und dann sind da zwei eher zufällige Begegnungen mit zwei Frauen, die mich besonders beeindrucken:

444Andrea Gómez arbeitet an der Pforte der UCA, der katholischen Universität in Buenos Aires. Sie soll Papst Franziskus gut kennen, höre ich. Als ich sie nach dem Heiligen Vater frage, sagt sie strahlend: „Für mich ist und bleibt er Jorge“. Einmal im Monat kam er, als er noch Erzbischof von Buenos Aires war, zu ihr und ihrem Mann zum Mittagessen. „Immer mit der U-Bahn“, betont Andrea. Zurückgebracht habe ihr Mann ihn dann im Auto. Auch heute stehen sie noch in regelmäßigem Kontakt: „Wir telefonieren alle drei bis vier Wochen“, sagt sie strahlend, ehe sie doch ein wenig wehmütig ergänzt: „Ich habe einen Freund verloren, die Welt hat einen Papst gewonnen.“ Weiterlesen

Argentinien: Nur eine Chance auf Leben

1Krach. Der schwarze Uraltwagen von Padre Pedro Baya Casal hat lautstark auf dem zu hohen Bordstein aufgesetzt. Die Fahrt endet jäh, bevor sie begonnen hat. „Alle aussteigen“, sagt der Pfarrer gelassen und fuhrwerkt unter Anleitung zahlreicher Schaulustiger vor und zurück. Noch einmal Krach. Geschafft. Das Auto steht auf der Straße. „Eh, Pedro, der Reifen ist platt“, sage ich. Dann fällt mir auf, dass alle Reifen aus der Puste sind – und Pedros entschuldigendes Lächeln bedeutet wohl, dass sie halbvoll, nicht halb leer sind. Und so rumpeln wir durch die Stadt der schönen Lüfte in Richtung Baja Flores – einem verrufenen Stadtteil der Capital. Weiterlesen

Argentinien: Somos gente pobre con corazón grande – Wir sind arme Leute mit einem großen Herzen

1Stella Maris, üblicherweise auf den Namen Panqui hörend und vor vielen Jahren aus Paraguay nach Argentinien ausgewandert, bringt die Botschaft des Tages in einleuchtenden Worten auf den Punkt. Einleuchtend: das passt zum Festgeheimnis dieses Pfingsttages. Der 8. Juni korrespondiert auf der nördlichen Halbkugel mit dem Winterdatum des 8. Dezember – ebenfalls ein besonderer Feiertag im Kirchenjahr. Hier in Argentinien dürfen wir einen strahlenden Tag erleben, eine strahlende Sonne leuchtet vom blau-weißen Himmel. Kein Wunder, dass die argentinische Flagge genau diese Symbole und Farben darstellt. Aber heute, an Pfingsten, geht es nicht nur um Argentinien. Wir sind in Moreno zusammengekommen, einer Trabantenvorstadt von Buenos Aires. Die Gottesdienstteilnehmer versammeln sich in der Capilla San José, hauptsächlich Immigranten aus Paraguay, auch einige Bolivianer und Peruaner sind da – und eben die Besucher aus Deutschland. Weiterlesen

Argentinien: Wo Padre Jorge seine Zeitung kaufte – Auf den Spuren von Papst Franziskus durch Buenos Aires

IMG_8013„Die ersten waren drei Mexikaner“, erinnert sich Eugenia. Gut ein Jahr ist es her, dass ihr Chef sie eines Tages angerufen habe und gesagt habe: „Eugenia, ich habe hier eine Anfrage von Touristen, die sich auf die Spuren von Papst Franziskus machen wollen: überleg dir bitte mal, was du ihnen zeigen kannst.“ Eugenia, die seit acht Jahren als Touristenführerin in Buenos Aires arbeitet, war verblüfft, doch: gefragt getan! Zwar räumt sie ein, dass die Mexikaner noch eine etwas improvisierte Tour erlebten, doch inzwischen ist der „Circuito Papal“ durch die argentinische Metropole nicht nur zum professionellen Angebot für „Papst-Touristen“ geworden, sondern sogar der Renner. „Durch Padre Jorge (so nennt Eugenia Papst Franziskus noch immer liebevoll) haben wir viel mehr Nachfragen“, sagt sie. Aus Europa würden vor allem Italiener und Spanier den Spuren des ersten lateinamerikanischen Papstes folgen wollen. Weiterlesen

Katholikentagsblog: Von Regensburg nach Buenos Aires

JE_140530_1182Wer gestern Abend in Regensburg über den Arnulfsplatz geschlendert ist, hat sie sicherlich gesehen: die lange Menschenschlange, die vom Velodrom bis an den Platz heranreichte. Über 1.000 Leute warteten geduldig, und alle wollten nur das eine: Tango!

Die 620 Plätze des Velodroms waren schnell besetzt. „Jetzt spielen wir Tango“, sagte Mulo Francel von der Gruppe „QJE_140530_1343uadro Nuevo“, „Sie können gerne tanzen.“ Lautes Gelächter im Publikum. Wo sollte man hier tanzen? Alles war bis auf den letzten Fleck mit Stühlen zugestellt. „Das erste Tanzpaar bekommt eine CD umsonst!“, schob der Saxophonist hinterher. Das ließ sich ein Paar nicht zwei Mal sagen. Schon nach den ersten Tango-Tönen schwangen sie sich auf die Bühne – neben die Band. Zwei weitere Paare folgten und umkreisten die zufriedenen Musiker. Weiterlesen

Katholikentagsblog: Zeigt her Eure Füße, zeigt her Eure Schuh!

Der Padre aus Argentinien auf dem Katholikentag

Der Padre aus Argentinien auf dem Katholikentag

Regensburg macht seinem Namen alle Ehre: Bindfadenregen vom feinsten – und das in der nördlichsten Stadt Italiens (wie der Regensburger seine Heimat gerne nennt). Pitschnasse Schuhe stehen beim Katholikentag bisher auf dem Pilgerprogramm. Nur bei Padre Sebastián Sury nicht – er trägt, ganz wie in seiner Heimatstadt Buenos Aires, Sandalen – da fließt das Wasser besser ab. Padre Sebastián lebt und arbeitet seit 18 Jahren in einem Armenviertel von Buenos Aires. 30.000 Seelen zählt seine Pfarrei. Mit dem ehemaligen Kardinal Jorge Mario Bergoglio, heute Papst Franziskus, hat er eng zusammengearbeitet. Das Interesse am Papst vom anderen Ende der Welt ist groß auf dem Katholikentag. Ja, der Franziskus-Faktor wird sogar von Journalisten erfragt. Ein Fernsehteam des BR begleitet den Priester mit den „Jesuslatschen“. Weiterlesen