Chile: Eine Reise mit Herz

Die Pressereisenden verabschieden sich von Chile.

Die Pressereisenden verabschieden sich von Chile.

„Adveniat-Reisen versteht man nicht nur mit dem Hirn, sondern mit dem Herzen“, lautet ein Fazit der Pressereise nach Chile. Prälat Bernd Klaschka, Generalvikar Theo Paul, Reiner Wilhelm, Katja Auer, Stefanie Arndt, Hilde Regeniter, Alexander Brüggemann, Matthias Hoch, Ulrich Waschki, Dr. Christof Haverkamp, Peer Vorderwülbecke (bereits zurück in Buenos Aires) und Carolin Konenburg verabschieden sich aus Temuco. Zehn (gefühlte 100) reiche Tage in Chile neigen sich dem Ende zu. Wir haben in diesem Blog versucht, Euch auf unsere Reise mitzunehmen und werden in unseren Medien in Deutschland weiter berichten. Unsere Herzen sind voll von den Begegnungen mit den Menschen. Zusammen mit unseren Aktionsgästen aus Chile erzählen wir Euch mehr in Deutschland! Weiterlesen

Chile: Immer Richtung Sonne

Ein Mapuche-Mädchen aus der Schule von Lehrerin Pamela.

Ein Mapuche-Mädchen aus der Schule von Lehrerin Pamela.

Immer Richtung Sonne. Die Mapuche, die indigenen Ureinwohner Chiles, feiern ihre Zeremonien immer Richtung Sonne. Gut, dass sie scheint an diesem Tag im sonst noch recht kühlen Frühling im südlichen Chile, gefroren haben wir schon genug. Es klingt fremd in unseren Ohren, wenn ein Lonko, ein Oberhaupt einer Mapuche-Gemeinschaft, in die hornähnliche Trutruca bläst und die Machi, die Priesterin und Heilerin, die Kultrun schlägt, die Trommel. Dazu Gebete und Gesänge in Mapudungun, der Sprache der Mapuche. Um die zu lernen, muss man einen alten Mann auf den Mund küssen, hat uns ein 84-Jähriger erklärt. Naja, vielleicht lerne ich doch erst was anderes. Weiterlesen

Chile: Salz der Erde

Kopie von 11In den vergangenen Tagen sind wir über 600 Kilometer gefahren. Unterwegs haben wir Orte und Gemeinden besucht, die 2011 von einem starken Erdbeben und einem Tsunami verwüstet wurden. Was haben die Menschen in den vergangenen Jahren alles wieder aufgebaut! Ich habe großen Respekt vor ihrem Einsatz. Besonders aufregend war für mich der Besuch der Kathedrale von Talca, die auch stark verwüstet war. Hier haben wir das Grab von Bischof Larrain besucht. Er war ein großer Erneuerer der Kirche im Geist des II. Vatikanischen Konzils. Er hat eine kirchliche Agrarreform angestoßen und den Katakombenpakt mitunterzeichnet. Weiterlesen

Chile: Schwer beeindruckt

Im Ausland entdeckt man ganz neue Qualitäten an sich – oder andere entdecken sie. Dona Antonia (75) will mich bei sich behalten: Ich sei der Schwerste! Ich stelle mich auf die Ladefläche des Pickups über die Hinterachse – und so kommt der Wagen einfach besser die steile lehmige Auffahrt zur Dorfstraße hoch, die vom gestrigen Dauerregen so glitschig geworden ist. So einer wie ich wird gebraucht in Huenalihuen, einem kleinen Mapuche-Dorf nahe Tirúa im Mittleren Süden Chiles.

Wir dürfen eine Nacht im Haus von Don Marcelo und Dona Antonia verbringen. Dabei ist unsere Einführung denkbar schlecht gewesen. Wegen einer Reifenpanne auf der Piste nach Huelalihuen kommen wir erst kurz vor Mitternacht an; die Familie hatte schon geschlafen. Dennoch: Am nächsten Tag sind alle Pannen vergessen; Themen zum Reden gibt es genug. Ob es bei uns in Deutschland auch Mapuches gibt, will Don Marcelo (84) wissen. Nein? Schade, meint er und grinst sein zahnarmes Grinsen. Weiterlesen

Chile: Gottesdienst auf Mapuche – intensiv und nah

Im gleichmäßigen Rhythmus schlägt Pater Carlos die Trommel. Leise, um das Gebet zu untermalen, nicht zu stören. Ein Junge spielt den gleichen Takt mit der Maultrommel. Zu den meditativen Klängen sprechen die Menschen in der kleinen Kapelle ihre Fürbitten: Sie danken für den ersehnten Regen, der in der Nacht endlich gefallen ist, sie bitten für die Menschen, die das Meer bei einem Flugzeugabsturz vor zwei Wochen verschluckt und noch nicht wieder hergegeben hat, um Schutz für sich und ihre Familien und für die Besucher aus Deutschland, die heute an ihrer Messe teilnehmen. Die meisten der elf einheimischen Gläubigen sprechen eine Fürbitte, ausführlich, sie nehmen sich Zeit. Ist die Bitte ausgesprochen, wird das Trommeln von Pater Carlos lauter. Auf Mapudungun, der Sprache der Mapuche, singt er den Fürbittruf. Doch nicht nur der Ruf, auch die Trommel stammt aus der Kultur der Mapuche: Sie heißt Cultrún und wird bei den Mapuche genutzt, um mit Gott in Verbindung zu treten. Mit solchen Mitteln versucht Pater Carlos, die Kultur des Urvolkes und den katholischen Glauben zu verbinden. Seit acht Jahren lebt der Jesuit bei den Mapuche. In einer kleinen Kommunität in der Nähe von Tirúa, rund 250 Kilometer südlich der Hafenstadt Concepción. 14 kleine Gemeinden betreuen die Ordensleute. Hier feiern sie regelmäßig Messen, wie an diesem Sonntag in „Las Missiones“, weniger Kapelle als selbst gezimmerte Holzhütte. Weiterlesen

Chile: „Meine große Sehnsucht, den Armen zu helfen“

Die kleine Küche der Padres.

Die kleine Küche der Padres.

Die vergangene Nacht durfte ich im Haus der beiden katholischen Pfarrer, Padre Juan und Padre Carlos verbringen. Sie leben nicht direkt in der Stadt Tirúa, sondern außerhalb, im hügeligen Hinterland. Gut 100 Meter hinter dem Haus fällt die Küste steil ab und ich habe einen traumhaften Blick über grüne Klippen, gelb blühende Sträucher und schwarzen Sand auf die Wellen des Pazifiks. Vier Padres leben hier – in zwei Holzhütten. Die eine ist ein Küche mit großem Ofen, Tisch und Stühlen und einigen Sesseln vor einem Fernseher. Blankgescheuerte Pfannen hängen an der Wand, getrocknete Zwiebeln und Chilischoten über dem Ofen und an der Wand steht ein Regal mit eingelegtem Obst in Gläsern. Weiterlesen