„Tröstet mein Volk“ – ein Bischof in Guatemala

Deutschlandradio-Reporterin Isabella Kolar und der guatemaltekische Bischof Julio Cabrera (Foto: Elisabeth Schomaker)

Deutschlandradio-Reporterin Isabella Kolar und der guatemaltekische Bischof Julio Cabrera (Foto: Elisabeth Schomaker)

Ein Strahlen huscht über das Gesicht der zierlichen Indigena-Frau in der bunten Bluse. Trotz des großen Gedränges hat sie ihren Monseñor, ihren Bischof, auf dem Markt von Chajul im Nordwesten Guatemalas entdeckt. Sie geht schüchtern auf ihn zu, er erkennt sie, tritt heran, umfasst ihren Kopf mit beiden Händen, lächelt sie vertraut an. Nur eine Szene aus dem Leben des katholischen Bischofs Julio Cabrera Ovalle – bezeichnend für seinen Umgang mit den Menschen in einer der abgelegensten Regionen Guatemalas. Weiterlesen

Guatemala: Boxenstopp auf dem Maya-Markt

Fabienne Kinzelmann auf dem Markt in Chajul - mos

Fabienne Kinzelmann auf dem Markt in Chaju. Foto:Moritz Schildgen

Dass ich aus der Nummer nicht mehr rauskomme, wird mir spätestens klar, als mich Rosa in Sekundenschnelle auf den Boden weist, um meinen Kopf zu bedecken, und mich anschließend wieder hochwinkt, damit sie mir aus einem großen roten Tuch einen Rock wickeln kann. „Boxenstopp“, attestiert Kollege Moritz später, weil das so unfassbar schnell geht: Zack! Shirt an. Zack! Tuch aufm Kopp. Zack! Wickelrock. Rosa winkt mich jetzt noch mal runter (sie ist viel kleiner als ich) und legt mir eine Kette um den Hals. Als sie zurück tritt und stolz ihr Werk präsentiert, stehen längst Kinder und andere Frauen um uns herum, die mich, die 1,78 Meter große Gringa, anstarren. Weiterlesen

Guatemala: Noheydi will Ärztin werden

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Noheydi berichtet der Adveniat-Journalisten-Gruppe von ihren Zukunftsplänen. (2. v.l. Hilde Regeniter). Foto: Regina Mennig

Maya-Bewohner in entlegenen Bergdörfern, Menschenrechtsorganisationen in der Hauptstadt, Protestinitiativen gegen ein Bergbau-Großprojekt – das sind die Stationen der Pressereise nach Guatemala, die Adveniat derzeit mit neun Journalisten verschiedener Medien unternimmt. Ihre Berichte werden im Herbst veröffentlicht – im Deutschlandradio und im Domradio, bei der Südwestpresse oder der Schwäbischen Zeitung. Kleine Anekdoten „vom Wegesrand“ erzählen die Journalisten aber schon jetzt, hier im Adveniat-Blog. Weiterlesen

Themenwoche Familie – Liebe leben

familien-blogFamilie ist alles. – Geborgenheit, Nähe, menschliche Wärme manchmal auch Enttäuschung, Distanz, Gewalt.

Zur Themenwoche „Liebe Leben“ von Katholischer Medienverband haben wir Eltern und Kinder in ‪Deutschland‬ und ‪Lateinamerika‬ gefragt, was ‪Familie‬ für sie bedeutet, was sie an ihr lieben und wann es zu Streit und Konflikten kommt.

Vom 20. – 27. September stellen wir an jedem Tag ein Familien-Pärchen vor.

Die Beiträge sind Teil der Themenwoche „Liebe leben“, zu der der Katholische Medienverband Deutschland anlässlich der Weltbischofssynode aufgerufen hat. Weiterlesen

Guatemala: Neue Frisur in fünf Minuten

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Adveniat-Volontärin Christina Weise bekommt spontan die typische Kopfbedeckung der Ixil-Frauen. Fotos: Achim Pohl

Endlich angekommen! Nach einer dreistündigen Autofahrt, Berg rauf, Berg runter, haben wir endlich den Ort Chajul in der Region Ixil erreicht. Am Ortseingang machen wir eine kleine Pause und warten auf Padre Tomás, der uns zur Pfarrei geleiten soll. Froh, endlich die Beine vertreten zu können, steigen wir aus. Kaum stehe ich neben dem Wagen und beobachte das bunte Treiben auf der Straße, tippt mich ein Mädchen an. „Möchtet ihr Stoff kaufen?“, fragt die Achtjährige. Ich schaue meine Adveniat-Kollegin Stefanie Hoppe an und wir sagen gleichzeitig: „Porque no?“ – „Warum nicht?“ Weiterlesen

Guatemala: Ein unbequemer Gast in der Mine San Rafael

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Bischof Monseñor Bernabé Sagastume zu Besuch in der Mine San Rafael in seinem Bistum Santa Rosa de Lima. Fotos: Achim Pohl

Premiere für den Bischof: Seit Jahren ist Monseñor Bernabé Sagastume einer der schärfsten Kritiker der Mine San Rafael in seinem Bistum Santa Rosa de Lima, drin war er aber noch nicht. An Einladungen hatte es nie gemangelt, bislang hatte er einen solchen Besuch jedoch vermieden. Uns Journalisten zuliebe, die wir seit Tagen in der Region zu dem Thema recherchieren, ist er nun doch mitgekommen.

Entsprechend hektische Betriebsamkeit herrscht in der Mine bei unserer Ankunft. Der Chef, der Generaldirektor, die Abteilungsleiter, sie alle wollen sich mit ihm fotografieren lassen. Und ihn von den Vorzügen ihres Projektes überzeugen. Und das passiert erst einmal mittels einer hundertseitigen Power-Point-Präsentation, die Freude eines jeden Journalisten. Zwei Stunden lang werden wir mit Fakten zugeballert, jedes Sozialprojekt, jeder Gemüsegarten und jede Kloschüssel, die das Unternehmen aufgebaut hat, ist dokumentiert. Ich sinke immer tiefer in den schweren Ledersessel. Der neben mir sitzende Lobbyvertreter überbrückt die Zeit damit, das uns angebotene Essen zu vertilgen. Staunend beobachte ich, wie der Berg an leeren Chipstüten, Käsebrotverpackungen und Kaffeebechern vor ihm immer größer wird. Weiterlesen