Kuba: Unser Besuch im Himmel

“Und jetzt zeige ich euch den Himmel!” ruft Pater Manuel Unia Fernandez und klettert die braun geflieste Treppe hinunter in den Keller.

Wir besuchen heute den Dominikanerkonvent im Herzen Havannas. Die Bibliothek, in der einige fleißige Studenten sitzen und lesen, haben wir schon gesehen, auch zwei Klassenzimmer, in denen die Schüler englisch pauken, den schönen Garten mit den Palmen und Orchideen, die Aula, das Kino. Mit großer Energie und viel Humor erzählt uns der Pater von der Arbeit seines Ordens und dass Dominikaner 1728 die Universität von Havanna gegründet haben. Weiterlesen

Kuba: Aufbau Havanna!

Das war jetzt wirklich knapp! Der Mann, der vor uns über die Straße gegangen ist, wäre um ein Haar erschlagen worden. Die Ecke eines Beton-Balkons hat sich gelöst und ist knapp hinter ihm auf den Gehweg geknallt. Der ältere Herr dreht sich kurz um und geht dann einen Schritt schneller weiter.

Als sich im vergangenen Winter an der Dachrinne meines Hause in Berlin ein übergroßer Eiszapfen gebildet hat, wurde der Gehweg vorsorglich gesperrt. In Havanna hingegen ist ein herabstürzender Stein fast noch harmlos. Es vergeht kaum ein Tag, an dem in der kubanischen Hauptstadt nicht ein ganzes Haus in sich zusammen fällt. Häufig sind Tote zu beklagen. Die Zeit, die salzige Meersluft, all das nagt unerbittlich an der Bausubstanz. Dabei waren die Häuser einmal wunderschön. Fünf Meter hohe Räume, die Wände verkleidet mit farbenfrohen Jugendstil-Fliesen, verschnörkelte Balkone und üppige Ornamente an der Fassade. Weiterlesen

Kuba: Die Cola des Vergessens

Maria Sanchez ist 82 Jahre alt und geht jeden Tag in die Kirchengemeinde von Santa Teresia, im Stadtteil Santa Amalia, um dort zu frühstücken. Die Gemeinschaft mit den anderen Alten tut ihr gut. Aber noch viel wichtiger ist das Essen. Überlebenswichtig sogar.

Denn die alte Dame lebt alleine. Ihre monatliche Rente beträgt umgerechnet fünf Euro Fünfzig. Nein, kein Schreib- oder Rechenfehler… 5.58 Euro. Das war’s. Davon muss Maria Strom bezahlen, Miete, Medikamente und Essen. Zwar gibt es für jeden Kubaner Lebensmittelmarken – aber die reichen bei weitem nicht aus. Weiterlesen

Kuba: Das liebe Geld …

Es geht irgendwie mehr ums Prinzip. Ich hätte gerne ein paar kubanische Pesos in meiner Geldbörse. Nur so, ohne tieferen Grund. Es kann doch nicht sein, dass Martin und ich seit drei Tagen in Havanna unterwegs sind und noch immer nicht die Währung der normalen Bevölkerung in der Hand hatten.

Zum Verständnis: In Kuba gibt es zwei Währungen. Den Kubanischen Peso und den CUC. CUC steht für CUbano Convertible und ist die harte Devisenwährung. Dafür kann auf der Insel man alles kaufen – zumindest das, was es in den Läden gibt … Wenn man als Ausländer am Flughafen oder im Hotel Euro wechselt, bekommt man, ohne Nachfrage, CUC. Ganz einfach. Weiterlesen

Kuba: Ein Fünftel vom Monatslohnslohn …

Fernandao Calderín Coya

Endlich Internet! Zu Hause haben wir uns daran gewöhnt, wo wir stehen und gehen immer online zu sein. Wenn wir etwa wissen wollen, wie viele Einwohner Havanna hat, so bekommen wir in Deutschland die Antwort durch einen kurzen Fingertipp auf unserm Smart-Phone.

In Kuba ist das ganz anders. Drahtloses Internet, das in Europa quasi überall verfügbar ist, ist für die meisten Kubaner eine regelrechte Sience-Fiction-Vorstellung.

Es gibt nur wenige Orte, in denen es uneingeschränkten Zugang zum weltweiten Netz gibt. Findet man dann doch in einem luxuriösen Touristen-Hotel einen ans WWW angeschlossenen Computer, dann ist das extrem teuer. Acht CUC, umgerecht fast sechs Euro kostet es, eine Stunde zu surfen. Für uns teuer – aber für einen Kubaner ein wirklich wahnwitziger Betrag. Das ist fast ein Fünftel des monatlichen Durchschnittseinkommens! Weiterlesen