Eine kleine Reise nach Lateinamerika – auch das ist Praktikum

Margit Wichelmann im Gespräch mit Stepahn Destin, Direktor des katholischen Wiederaufbaubüros PROCHE auf der Baustelle eines neuen Diözesanzentrums in Jacmel.

Margit Wichelmann im Gespräch mit Stepahn Destin, Direktor des katholischen Wiederaufbaubüros PROCHE auf der Baustelle eines neuen Diözesanzentrums in Jacmel. Foto: Martin Steffen

Frisch als Praktikantin angekommen, nahm man mich am zweiten Tag hier bei Adveniat sofort mit auf eine kleine Reise nach Lateinamerika. Margit Wichelmann, Referentin für Haiti, Chile und Uruguay, zeigte Bilder ihrer Auslandsreisen und begeisterte nicht nur mich als Lateinamerika-Anfängerin, sondern auch ihre ganzen Kolleginnen und Kollegen.

Drei Wochen Uruguay, das heißt zwei Tage pro Diözese, so leitete sie den Bericht mit einem Lächeln ein. Bereits im März fand die Reise statt, doch Begeisterung und Engagement für das Land, die Leute und ihre Arbeit schwangen in jedem ihrer Worte mit. Das erste Ziel: Montevideo, die Hauptstadt Uruguays. Dort traf Margit Wichelmann Kardinal Sturla. Einen Mann des Volkes, der mit viel Motivation und Schwung der ärmlichen Kirche Uruguays unter die Arme greifen soll. Weiterlesen

Um den Schlaf gebracht

Barrio Unido in Montevideo

Barrio Unido in Montevideo

„Morgen komme ich mit deutschen Journalisten ins Barrio. Sie wollen über eure Situation berichten, weil viele Menschen in Deutschland denken, es gibt keine Armut in Uruguay.“ So hat uns Schwester Mariana Marguery angemeldet bei den Menschen im Barrio Unido, eines von 300 Armenvierteln in Montevideo. Im Schritttempo rumpelt das Auto der Ordensfrau durch das Labyrinth zwischen den Wellblechhütten. Überall kommen die Frauen und die Kinder aus den Häusern gelaufen, winken und rufen Mariana hinterher. Jeder im Barrio kennt die 53-Jaehrige. Weiterlesen

Der Fotograf und das Glück

„Festival dulce corazon del Canto“ (Folklore-Festival) im kleinen Örtchen Pan de Azucar (Zuckerbrot) – aus diesem Anlass gibt es dort heute eine Prozession und einen Gottesdienst. „Ich weiß nicht, ob viele kommen, aber wir fahren mal hin“, sagt Bischof Rodolfo Wirz. Als wir ankommen, stehen zwar ein paar Leute vor der Kirche, „richtig viel los, sieht aber anders aus“, verrät der Blick von Adveniat-Fotograf Achim Pohl.

Prozession im kleinen Örtchen Pan de Azucar

Prozession im kleinen Örtchen Pan de Azucar

„Wir warten eben noch auf die Pferde“, sagt Wirz und schraubt ganz entspannt den hölzernen Bischofsstab zusammen. Was dann kommt, treibt dem Fotografen fast die Freudentränen ins Gesicht: Etwa 100 Gauchos in voller Montur. Einer stolzer als der andere. Einige Chinas (Frauen der Gauchos) in prächtigen Kleidern sind auch dabei. Weiterlesen

(M)ein Steinwurf

Mit Buquebus, der angeblich „schnellsten Flotte der Welt“, geht es heute von Buenos Aires über den Rio de la Planta nach Colonia. Die Überfahrt nach Uruguay dauert mit dem Schnellboot eine Stunde. „Bienvenido en el mundo Premier“, heißt es auf einer Großflächenwerbung am Anleger. Gemeint ist nicht die sogenannte „Erste Welt“, sondern die Welt des Unternehmens Premier (ich glaube, es ist eine Bank). Eine vierstündige Busfahrt Richtung Osten folgt. Über Montevideo geht es nach Maldonado. Weiterlesen