Venezuela: Probleme, die bislang ungelöst sind

Nach seiner Rückkehr aus Kuba am vergangenen Donnerstag hat Hugo Chávez keinen Zweifel daran gelassen, dass er krank war. Nun behauptet er, er habe den Krebs bezwungen. Seine Ärzte bestätigen dies einmütig. Dennoch verzichtete er während seines letzten Auftritts am Wallfahrtsort Santo Cristo de la Grita in der Diözese San Cristóbal auf das Bad in der Menge und scheint durch die Behandlung noch sehr angeschlagen. Bereits nach Bekanntwerden seiner Krankheit änderte er seinen Schlachtruf „Patria, Socialismo o Muerte“, Vaterland, Sozialismus oder Tod, auf „Vivieremos y Veneremos“, wir werden leben und wir werden siegen. Daneben fällt auf, dass das Bild des Präsidenten fast völlig von der Straße verschwunden ist. Bei früheren Besuchen war Hugo Chávez quasi omnipräsent in allen Aktionen und Werken. Man habe feststellen müssen, dass die Arbeiten nicht so verliefen wie geplant, viel Geld in dunkle Kanäle verschwand und auch die Qualität der Arbeiten zu Wünschen übrig ließ, so meine Gesprächspartner. Die Propaganda hatte sich schließlich ins Gegenteil gewandelt. Aus diesem Grund habe der Präsident selbst angeordnet, die Plakate zu entfernen. Weiterlesen

Venezuela: Los Roques – Veränderungen stehen an

Exprópiense! (enteignet sie!), war der Aufruf des Präsidenten Hugo Cháves vor zwei Wochen in seiner sonntäglichen Ansprache an das venezolanische Volk. Gemeint sind die Wochenendhäuser reicher venezolanischer Familien auf der Insel Madrizqui, einer der kleinen Inseln des Archipels Los Roques in Schlagweite der Hauptinsel Gran Roque. Das Archipel besteht aus mehreren hundert Inseln und Sandbänken. Es liegt gut 170 km vom Festland entfernt und steht unter Naturschutz. Los Roques ist bislang ein Geheimtipp für Schnorchler, Angler und Naturfreunde. Georg Bush soll hier wiederholt gefischt und Urlaub gemacht haben. Die Korallenriffe des Archipels sind bislang unberührt und gesund. Sie bieten vielen exotischen Fischen Heimat und Nahrung. Auch vom Aussterben bedrohte Schildkrötenarten haben hier ihre Brutplätze. Die Inseln stehen nicht zuletzt wegen ihrer Einzigartigkeit und Schönheit unter Naturschutz. Es ist wohl eines der letzten Paradiese der Erde. Weiterlesen

Venezuela: Gewalt in Caracas

Nachdem ich vor einem guten Jahr zum letzten Mal Venezuela besucht hatte, interessierte mich vor meinem Aufbruch aus Deutschland besonders die Frage, wie sich die Situation nach Bekanntwerden der schweren Krebserkrankung des Präsidenten Chávez verändert hat.

Als ich die Frage nach meiner Ankunft in Venezuela stellte, bekam ich sofort zwei Typen von Antworten: Einige glauben, dass die Krankheit ernst und schwer ist. Andere hingegen meinen, dass es eine weiter Finte sei, um die Widersacher des Präsidenten aus der Reserve zu locken. „Wie kann es sein, dass der Präsident weiterhin Reden von drei bis vier Stunden hält. So krank kann er nicht sein!“ Die Polarisierung sitzt tief in der Gesellschaft und einige sind der Meinung, dass der Präsident zu allem fähig sei. Weiterlesen