Chile: Salz der Erde

Kopie von 11In den vergangenen Tagen sind wir über 600 Kilometer gefahren. Unterwegs haben wir Orte und Gemeinden besucht, die 2011 von einem starken Erdbeben und einem Tsunami verwüstet wurden. Was haben die Menschen in den vergangenen Jahren alles wieder aufgebaut! Ich habe großen Respekt vor ihrem Einsatz. Besonders aufregend war für mich der Besuch der Kathedrale von Talca, die auch stark verwüstet war. Hier haben wir das Grab von Bischof Larrain besucht. Er war ein großer Erneuerer der Kirche im Geist des II. Vatikanischen Konzils. Er hat eine kirchliche Agrarreform angestoßen und den Katakombenpakt mitunterzeichnet.

Im Augenblick bin ich bei einer Mapuche-Familie zu Gast, die ganz abgelegen wohnt. Der Hahn hat heute Früh lautstark den neuen Tag angekündigt. Zwei Jesuiten leben mit den Indigenen in der Region. Sie haben sich als Wegbegleiter der Menschen verstanden. In Achtung vor der Religion der Mapuche wollen sie ihren christlichen Glauben leben und ihn den Menschen anbieten. Als Padres beeindrucken sie mich mit ihrer Begeisterung und Glaubwürdigkeit. Es gibt in der Kirche nicht nur Skandale, sondern auch überzeugende Frauen und Männer, die weltweit den Glauben leben. Auch in Chile treffe ich diese interessanten Christen, die Salz der Erde und Licht der Welt sind.

Generalvikar Theo Paul, Bistum Osnabrück