Das imprägnierte Handy

Ohje – Clau und ich machen uns gerade recht unbeliebt mit „unserem“ Spielmotorrad. Ich, weil ich dieses Horrorteil hier angeschleppt habe. (Jetzt, mit Batterien ausgerüstet, macht es auch noch dumdideldum und rattatrattazong und tuut-tuut-tuut), und der kleine Clau aufgrund seiner draufgängerischen Fahrweise. Eigentlich kann er ja gar nicht steuern, aber die Beine und Füße der Schwestern (und auch meine) trifft er mit auffälliger Zielsicherheit. Ich glaube, das macht ihm Spaß.

Gott sei Dank hatte sich das Ding nach drei Stunden durchgehender Benutzung entladen und fuhr nicht mehr. Als dann aber Frandinio, Clau’s Freund, zu Besuch kam, schoben sie sich einfach gegenseitig mit dem „moto“ durch die Gegend. Natürlich schon wieder gegen jedes Bein, was in ihre Nähe kam – wenn sie sich nicht gerade am Raufen waren, weil sie Kunst- und Kulturschule, wie sich relativ schlecht einigen konnten, wer schieben und wer fahren sollte.
Gestern hab ich den Tag mit ein paar  Schwestern und den Novizinnen in Jacmel verbracht. Die Region war vom Erdbeben ebenfalls ziemlich heftig getroffen worden, inzwischen sieht es deutlich besser aus. Adveniat hatte kurz nach dem Erdbeben auf der Seite „Blickpunkt Lateinamerika“ aus Jacmel berichtet. Wir sind morgens mit einem Pickup-Truck dorthin gefahren. Die Novizinnen und ich saßen – ganz haitianisch – hinten auf der Ladefläche. Ich hatte mich zwar dick mit Sonnencreme eingeschmiert, dennoch schmückte mich am Ende des Tages ein kleiner Sonnenbrand.
Jacmel war toll! Ein „touristisches“ Örtchen, wie es mir angekündigt wurde, war es nicht wirklich, aber ich habe zumindest fünf Weiße gesehen. Aber es ist wohl auch gerade nicht die Hauptsaison für Touristen. Dann sind wir zu einem „Beachclub“ gefahren, der sehr schön direkt am Meer gelegen ist. Alles sehr schlicht mit Plastikstühlen, es wirkte eher wie ein Picknickplatz. Ich hlud die Schwestern und den Fahrer zum Essen ein. Es gab frisch aus dem Meer gegrillten Fisch und Hummer. Das Ganze war für die Verhältnisse hier schon recht teuer, aber gemessen an deutschen Preisen sehr preiswert. Es war aber auch eine richtig tolle Fischplatte für acht Personen. Ich war dann noch ein bisschen schwimmen (mit vollem Bauch nicht die beste Idee, die ich je hatte), und die Schwestern sahen versonnen zu. Auf dem Rückweg hat sich mein Anti-Insektenspray in meiner Tasche halb entleert und somit meine Tasche und auch mein Handy imprägniert. Mein Mobiltelefon ist zwar jetzt insektengeschützt, aber der Bildschirm ist etwas trübe, weil das Insektenspray wohl auch einen Weg in das Innere des Telefons gefunden hat.