Das Land trägt Früchte, die Unterstützung auch

Temuco liegt 600 km südlich der chilenischen Hauptstadt, hier leben die meisten Indigenen aus dem Volk der Mapuche. Selbstbewußt widerstanden sie so lange dem spanischen Eroberungsfeldzug, bis sie von der Krone anerkannt wurden. Der noch recht junge chilenische Staat eroberte Ende des 19. und anfangs des 20. Jahrunderts das Mapucheland südlich des Bio-Bio-Flusses und verteilte die Ländereien unter europäischen Siedlern. Erstere wurden mit kleinen Flächen abgespeist, letztere wurden zu Großgrundbesitzern.

Don José ist ein Häuptling der Mapuche. In seiner Gemeinde fand im letzten Jahr das Antiterrorrecht Chiles seine Anwendung: Mit Maschinengewehren bewaffnete Polizeieinheiten drangen in sein einfaches Holzhaus ein, bedrohten ihn und seine Kinder und nahmen ihn und den Sohn Ignacio fest, ohne rechtsstaatliche Garantien. Der Grund: Don José protestierte mit seinen Leuten und forderte die Rückgabe des damals enteigneten Landes, damit die Mapuche als Kleinbauern überleben können.

Die ehrenamtlich Engagierten in der Indianerpastoral des Bistums Temuco und Villarica setzten sich ein, Bischof Camilo Vial rief beim Justizminister an, alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt, um die ungeheuerliche Diskrimminierung des polizeilichen Übefalls und der Festnahme zu beenden.

Das trug Früchte, José ist Ende 2010 nach 10 Monaten frei. Heute treffe ich Don José in den Räumlichkeiten der Provinzregierung, wo er gerade mit Regierungsvertretern über die Förderung der Indianergemeinden verhandelt. Die Anlage eines Bewässerungskanals hat er und seine Leute schon erkämpft. Das wäre ohne die Unterstützung von P. Fernando Díaz nicht zustande gekommen, dessen Arbeit und die des Teams für Indianerpastoral werden von Adveniat unterstützt. Sie arbeiten zum Themen Gemeindeaufbau, Bibel und Verständigung zwischen christlichem Glauben und der Religion der Mapuche. Das ist der innere Motor für den Kampf um die Rechte des Mapuchevolkes: Glaube und Respekt.

Text+Foto: Thomas Wieland

Thomas Wieland ist Abteilungsleiter für Projekte bei Adveniat und besucht während seiner Chilereise neben vielen Projektpartnern ein Koordinationstreffen der „Kirchlichen Basisgemeinden“( =CEB; Comunidades Eclesiales de Base) in Lateinamerika.