„Decí Basta!“

Marcha durch die Cuadras von Moreno: Katholiken demonstrieren für Gerechtigkeit.

„Julio Lopez, presente! Enrique Angelelli, presente! Poccho Leprato, presente!“ Mit diesen Worten rufen Hunderte Demonstranten die Märtyrer der vergangenen Jahre in Erinnerung. Langsam schiebt sich die Marcha, die Demo, durch die schlecht geteerten Straßen von Moreno. Die Liste der Toten ist lang. „Sie alle wurden ermordet, weil sie die Welt verbessern wollten“, erklärt Christl, „wir rufen ihre Namen, damit sie hier unter uns sind und ihr Tod nicht umsonst war.“

Ich bin begeistert von der friedlichen, aber kraftvollen Stimmung bei der Demonstration. Junge und Alte gehen singend und tanzend durch die Sommernacht. Unter ihnen auch Fernando Maria Bagallo, Bischof der Diözese Merlo-Moreno. Das Seminario de Formación Teológica, das nationale Theologische Bildungsseminar, dass in dieser Woche mit 400 Laien, Priestern und Ordensleuten in Moreno tagt, hat zu der Demonstration aufgerufen. „In erster Linie ist das der Moment, in der sich das Seminario sichtbar macht in der Stadt“, sagt Christl. Sie marschierten auch, um die prophetische Fähigkeit des Wortes Gottes zum Ausdruck zu bringen. „Wir erheben unsere Stimmen und zeigen draußen, was wir drinnen diskutieren.“

„Sag Schluss!“, steht auf Christls Banner.

„Decí Basta! Sag Schluss!“, steht auf einem der großen Banner – rundherumUnterschriften. Die Menschen haben die sozialen Ungerechtigkeit satt. Ihr friedlicher Protest ist aus dem Glauben heraus erwachsen. „Es ist besonders wichtig, dass wir Katholiken auch die sozialpolitische Situation sehen, in der wir leben“, sagt Bischof Fernando Maria. In seinem Bistum versuche er, die Armen zum Aufstehen zu bewegen und ihnen Selbstbewusstsein zu geben. „Es ist schön, zu sehen, wenn sie sich aufrichten.“

Carolin Kronenburg

P.S.: Christls Auto fährt noch immer nicht …

Kommentar zu “„Decí Basta!“

  • 4. Februar 2011 at 13:25
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    Caro,
    wie isses sonst so in Argentina? Ab Montah kannst du IHN bloggen lassen. Kann ja auch mal was schaffen im Urlaub und nicht nur faul am Strand rumtrollen. Schöne Geschichten, Hasta, Ernesto

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