Der Fotograf und das Glück

„Festival dulce corazon del Canto“ (Folklore-Festival) im kleinen Örtchen Pan de Azucar (Zuckerbrot) – aus diesem Anlass gibt es dort heute eine Prozession und einen Gottesdienst. „Ich weiß nicht, ob viele kommen, aber wir fahren mal hin“, sagt Bischof Rodolfo Wirz. Als wir ankommen, stehen zwar ein paar Leute vor der Kirche, „richtig viel los, sieht aber anders aus“, verrät der Blick von Adveniat-Fotograf Achim Pohl.

Prozession im kleinen Örtchen Pan de Azucar

Prozession im kleinen Örtchen Pan de Azucar

„Wir warten eben noch auf die Pferde“, sagt Wirz und schraubt ganz entspannt den hölzernen Bischofsstab zusammen. Was dann kommt, treibt dem Fotografen fast die Freudentränen ins Gesicht: Etwa 100 Gauchos in voller Montur. Einer stolzer als der andere. Einige Chinas (Frauen der Gauchos) in prächtigen Kleidern sind auch dabei.

Die Gauchos singen während der Messe

Die Gauchos singen während der Messe

Die Dolorosa, die schmerzhafte Mutter Gottes, wird vorangetragen, gefolgt von den Gläubigen und den Reitern. Langsam zieht die Prozession unter lautem Gesang durch das Dorf auf den Festival-Platz. Hier warten die Menschen bereits auf Klappstühlen. Der stimmungsvolle Gottesdienst wird begleitet durch eine Tanzgruppe des Festivals und einen Chor. Brot und Wein, Blumen, ein Herz und ein Lasso werden zur Gabenbereitung zum Altar getragen. Zwei Gauchos singen inbrünstig (und improvisiert), was ihnen diese Gaben bedeuten.

Und was gibts nach dem Gottesdienst? Klar, ein Asado!

Text: Carolin Kronenburg
Fotos: Achim Pohl

P.S.: Ein gutes Motiv und ein Steak sind für manchen Glückes genug.