„Die Arbeit als Journalistin wird immer schwieriger“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Journalistin Maria Isolett Iglesias

Journalistin Maria Isolett Iglesias

Maria Isoliett Iglesias, Journalistin:

„Die Arbeit als Journalistin für freie Medien wird immer schwieriger. Die Zeitungen, die der Regierung nicht nahestehen, erhalten oft kein Papier. Viele meiner Kollegen haben in den vergangenen Jahren ihre Arbeitsstelle verloren, weil die Regierung Radio- oder TV-Sender geschlossen hat.

Ich selbst habe in Venezuela eine TV-Sendung, die sich mit der Kriminalität beschäftigt. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben müssen wir aufpassen, welche Formulierungen wir benutzen. Deswegen senden wir auch nicht live, sondern immer eine Aufzeichnung.

Die Lage im Land ist sehr schwierig und ich weiß nicht wie sich die nächsten Wochen entwickeln werden. Es gehen vor allem viele junge Menschen auf die Straße, weil sie sich einen Wechsel erhoffen. Es gibt aber inzwischen auch Protestmärsche der Senioren, der Ärzte, der Studenten.“

 


Korrespondent Tobias Käufer

Korrespondent Tobias Käufer

 

Der Journalist Tobias Käufer hat die Menschen in Caracas, Venezula,
für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat interviewt und fotografiert.

 

 

 


Venezuela-Referent Reiner Wilhelm

Venezuela-Referent Reiner Wilhelm

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat trotz der systematischen Abschottungspolitik nach wie vor die Möglichkeit, mit seinen Projektpartnern den Menschen vor Ort direkt zu helfen. „Gemeinsam mit Bischöfen, Kirchengemeinden und Ordensleuten organisieren wir Medikamente und Lebensmittel, damit die Menschen das Notwendigste zum Überleben haben“, erklärt Adveniats Venezuela-Referent Reiner Wilhelm. „Andererseits geht es uns immer auch um die Friedenssicherung. Das Land ist gespalten und wir unterstützen Projekte, die die Einheit fördern.“