Dom Rep: Von schlafenden Polizisten

„Let op! Drempels“, steht in Holland auf den Schildern, die vor den Bremsschwellen in einer verkehrsberuhigten Zone aufgestellt sind. „Drempels“, das Wort fand ich schon als kleines Kind hübsch. Wie langweilig sind dagegen die deutschen Bezeichnungen: „Bremsschwelle“, „Bodenschwelle“, „Fahrbahnschwelle“ von „Kreissegmentschwelle“erst gar nicht zu reden. Auweia!

Dieses Auto fuhr wohl ein wenig zu schnell über einen "schlafenden Polizisten"

Jahrelang war ich der Meinung, wir sollten das holländische Wort in unseren Wortschatz aufnehmen. Bis ich nach Lateinamerika kam: In Argentinien und Paraguay nennt man die Schwellen „Lomo de Burro“: Eselsrücken. In Chile ist es der „Lomo de Toro“, der Stierrücken, in Bolivien und Peru nennt man Bremsschwellen „Rompemuella“, also Achsbrecher und in Guatemala ist es ein „Túmulo“, ein Grabhügel.

Bei so schönen Namen muss ich jedes mal lächeln, auch wenn der Bus- oder Taxifahrer mit Karacho über solch ein Hindernis donnert und ich mir den Kopf anschlage. Auf unserer aktuellen Reise in die Dominikanische Republik habe ich nun mein Lieblingswort für Drempel gefunden.

Hier nennen sie die Schwelle „Policía acostado“: Schlafender Polizist. Den sollte man doch wirklich nicht aufwecken!

Text: Gaby Herzog, Foto: Achim Pohl