Ecuador: Guaderia – Schutzzone Kindergarten

Heute war mein erster Tag in der Guarderia, im Kindergarten… und es war traumhaft. Die Missionsschwestern betreuen eine Guaderia mit etwa 70 Kindern im Alter von drei Monaten bis fünf Jahre. Und wochentags, jeweils von 7.30 bis 16 Uhr, ist hier “Action” angesagt. Es gibt viel Kinderlachen, strahlende Gesichter, schmutzige Klamotten, hungrige Münder. Ich habe sie gefüttert, ihnen die Nase geputzt, mit ihnen gespielt, sie ins Bett gelegt, Fragen nach meiner Herkunft beantwortet und und und.

Es ist eine wunderbare Arbeit, mit den Kindern seine Zeit verbringen zu dürfen. Trotzdem werde ich gegen Abend etwas nachdenklich: Die Schwestern fragen mich, ob die Portionen für die Jungen gleich groß wie die für die Mädchen waren. Außerdem betonen sie, wie wichtig es sei, dass, wenn ich geschlagen werde, nicht zurückschlage. Das sind für mich Selbstverständlichkeiten, aber wohl hier nicht die Regel. Ich erfahre, dass dank des Machismo die Jungen häufig auch schon im Kindergarten bevorteilt werden. Da Kinder außerdem regelmäßig häusliche Gewalt erfahren, sei es für sie normal, diese auch weiterzugeben. Natürlich war mir das in irgendeiner Form klar, aber es macht mich nachdenklich.

Nicole Katitsch
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Nicole Katitsch arbeitet seit 2010 im Bildungsreferat bei Adveniat. Sie schildert für vier Wochen im Adveniat-Blog ihre Erlebnisse in Quito, Ecuador.