Ecuador: Sieben Kinder, vier Väter, kein Geld

Comuna Alta: Am Rande der Gesellschaft

Comuna Alta: Am Rande der Gesellschaft

Sieben Kinder, vier Väter, kein Geld – so könnte die traurige Überschrift von Guadalupes Lebensgeschichte lauten. Immer waren Wunsch und Hoffnung, dass der Mann bleibt, stärker als der Verstand. Liebesentzug, Missachtung und Schlägen zum Trotz, hat es die zierliche Frau vier Mal versucht. Aber der Machismo ist übermächtig hier in der Comuna Alta. Jeder Mann hat zwei, drei Frauen, das ist ganz normal. Heute lebt Guadalupe alleine mit ihren Kindern, ganz oben, wo die Hütten mit dem Schlamm den Berg runterrutschen, wenn es zu lange regnet. Vielleicht, weil sie keiner mehr will oder sie keinen mehr will … Nur manchmal kommt einer der Väter, um ihr den Monatslohn abzunehmen.

Eigentlich besteht Guadalupes Leben nur aus Mühsal: Fliessender Übergang von der Arbeit im Supermarkt zur Hausarbeit, dazwischen liegt nur eine halbe Stunde Bergsteigen mit Töchterchen auf dem Arm. Schwester Ingrid ist zu ihr raufgekrackselt, um nach den acht Dollar Kindergartengeld für die Kleinste zu fragen. Schwer sei das, sagt Guadalupe, alles zusammenzubekommen. Aber nächste Woche, da werde es gehen.

Hoffnungslos ist die siebenfache Mutter nicht. Nein, ihre Kinder sollen es einmal besser haben. Sie sollen alle zur Schule gehen, einen richtigen Beruf erlernen und einmal ein bisschen weiter unten wohnen, sagt sie, und blickt auf die Stadt, in der sich die Reichen tummeln und wo das Leben lebenswert ist, und lacht.

Guadalupe mit ihren Kindern und Hermana Ingrid

Guadalupe mit ihren Kindern und Hermana Ingrid

Guadalupe mit zwei ihrer sieben Kinder

Guadalupe mit zwei ihrer sieben Kinder

Text und Fotos: Carolin Kronenburg,
Pressesprecherin Adveniat

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