El Salvador: Am Rand des Vulkankraters

„Jeder Berufene ist ein Akteur der Veränderung in jenem Teil der Welt, in dem die Sünde auf dem Thron sitzt. Es geht um den Kampf für das Reich Gottes.“ (Oscar Romero)

Der Tag begann wie üblich mit unserer Morgenrunde. Dort stellten wir fest, dass unser Programm mit der gesamten Gruppe beginnen würde. Alle, die an Durchfall, Übelkeit und schlichter Erschöpfung litten, waren auf dem Weg der Besserung und motiviert in den Tag zu starten.

Zuerst trafen wir eine Gruppe von Theologiestudenten der UCA. Während unsere Gruppe bis auf zwei nur aus Frauen besteht, befand sich unter den anderen keine einzige Frau. Außerdem waren fast alle der salvadorianischen Studenten Mitglieder von Ordensgemeinschaften. Diese Erfahrung hat nochmal gezeigt, wie unterschiedlich doch das Theologiestudium in Deutschland und in El Salvador ist.

Anschließend hörten wir einen kurzen Vortrag über Ignacio Ellacuria und seine politischen Äußerungen von dem Philosophen und Geschichtswissenschaftler Ricardo Riberas, wodurch uns einige wichtige geschichtliche Zusammenhänge des Landes deutlicher wurden.

Durch all die neuen Informationen und die Reise in die Geschichte, wie Prof. Dr. Martha Zechmeister sagte, freuten wir uns auf eine kleine Pause beim Mittagessen und die Besichtigung des Vulkans El Buqueron. Mit unserem kleinen Bus und dem lieben Fahrer brausten wir durch San Salvador und tuckerten mit erschreckend schwarzer Abgaswolke und ächzendem Motor den Berg hoch.

Der Ausblick, den wir vom Rand des Kraters genossen, war unglaublich. Auf dem letzten Stück nach oben, das steiler war als erwartet, bewunderten wir die tropischen Blumen und atmeten tief die duftende smogfreie Luft ein. Der Blick in den Krater blieb dunstig, aber es war doch alles sehr gut zu erkennen.

Blick in den Krater des Vulkans El Buqueron.

Blick in den Krater des Vulkans El Buqueron.

Nach der Besteigung des Vulkans ging es in rasantem Tempo wieder den Berg runter. In den Kurven wurden wir hin und her geworfen, was uns sehr an Achterbahnfahren erinnerte und ein großer Spaß war. Weniger lustig war dann der Berufsverkehr in San Salvador, in dem wir etwas feststeckten. Da wir nicht alle Abgase einatmen wollten, schlossen wir auch noch die Fenster, wodurch wir im Bus in Schweiß badeten.

Tag7_IMG_0736Beim Hotel endlich wieder angekommen, blieb uns gerade noch die Zeit einmal auf die Toilette zu gehen und uns etwas frisch zu machen, bevor wir schon fünf Minuten später zur Uni aufbrachen. Dort besuchten wir die Veranstaltung „Cátedra de Realidad Nacional“, wo ein Jurist, eine Psychologin und der uns schon vertraute Jon Sobrino über die Folgen und die aktuelle Lage der Menschen nach dem Bürgerkrieg sprachen. Obwohl wir nur Flüsterübersetzungen von unseren spanisch-sprachigen Gruppenmitgliedern hörten, war es sehr eindrucksvoll daran teilzunehmen.

Von Anna Seichter

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Es bloggen die Teilnehmer einer Exposure-Reise nach El Salvador: Das sind ein Student, zehn Studentinnen des katholischen Instituts der Universität Osnabrück, Martin Kempen vom Bistum Osnabrück und Prof. Dr. Margit Eckholt. Das Thema der Reise lautet “Auf den Spuren von Oscar Romero und Ignacio Ellacuria. Christlicher Glaube, Kirche, Theologie und Politik in Lateinamerika”.

3 thoughts on “El Salvador: Am Rand des Vulkankraters

  • 27. März 2014 at 11:47
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    Nachricht für Martin Kempen

    Lieber Martin!

    Heute habe ich in eure Reiseberichte hineingesehen – und beneide Dich um die vielen intensiven Erfahrungen auf unterschiedlichsten Ebenen – Natur, Begegnung, Spiritualität.
    Ausserdem bin ich froh, Dich auf allen Fotos wohlbehalten und wie stets heiter und aufgeräumt zu sehen.
    Weiter eine gute Zeit für Dich und Deine Mitreisenden im Namen aller Teammitglieder Deiner Heimatarbeitsstelle
    – ganz herzliche Grüsse
    Birgit

  • 27. März 2014 at 13:08
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    Huhu Susanne und Lisa 🙂
    Ich dachte mir, dass ihr euch wohl freut wenn ich hierr was für euch schreibe.
    Ich muss ja sagen, dass ihr echt Glück habt das ihr fotogen seid, bei den ganzen Fotos die von euch gemacht werden.
    Ich hoffe ihr habt noch ganz viele sonnige Tage und beeindruckende Erlebnisse vor euch!
    Die liebsten Grüße besonders an euch beide, aber natürlich auch an die anderen, die gerade in El Salvador sind.
    Meike

  • 29. März 2014 at 13:33
    Permalink

    Hätte ich geahnt, dass Ihr Martha Zechmeister trefft, ich hätte für sie Grüße aus Ahmsen mitgegeben. Es gefällt mir, dass ihr euch durch El Salvador rütteln lasst. Gewiss werden viele Eindrücke bleiben, vor allem aber wünsche ich es euch, aufgrund der vielfältigen Erfahrungen theologische Fragestellungen mit neuen Augen zu sehen.

    Ob wir diesen Eintrag gelesen werdet, der zu einem schon alten Bericht kommt?
    Ich habe jedenfalls Freude an diesem Bericht und an eurem Unterfangen.
    Liebe Grüße,
    Andreas Falkner sj

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