El Salvador: Der Abschied naht

„Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden.“ (Mt 5)

Heute Morgen war das Erdbeben in Chile und die Angst vor einer potentiellen – aber eher unwahrscheinlichen – Tsunamiwelle vergessen.

Wie schon am vergangenen Morgen gab es erneut ein fast europäisches Frühstück mit Marmelade, Kuchen und Brötchen. Das Highlight bildeten die gekochten Bananen und die Peanutbutter.

Mit den Füßen im Pool dachten wir nach dem Frühstück über die wichtigsten Punkte der gestrigen Reisereflexion nach und planten unser Nachbereitungswochenende im Kloster Dinklage. Außerdem feierten wir direkt vor dem Mittag noch einen selbstgestalteten Wortgottesdienst zum Abschluss unserer Reise. Viele Erlebnisse, Wünsche und Menschen rückten dabei noch einmal in den Vordergrund.

Der Rest des Tages verflog zwischen Pool und Meer und tat uns allen gut nach den erlebnisreichen und eindrucksvollen Wochen.

Traurig wurde es als wir unsere Professorin Frau Dr. Eckholt nach Costa Rica zu einem offiziellen Uni-Treffen verabschiedeten. Als wir dem Auto nachwinkten, das die Palmen begrenzte Ausfahrt hinunter fuhr, wurde uns bewusst, wie nah das Ende unserer Reise war.

Gegen 18.00 Uhr versuchten wir unseren letzten Sonnenuntergang am Strand in El Salvador zu genießen. Leicht abgelenkt und ein bisschen erschreckt wurden wir dabei von einem wild um uns herum tollenden Hund. Er wollte mit uns spielen und wir wollten ihn lieber auf Abstand halten.

Trotzdem schien es mir so, als wollte er uns auch beschützen, z.B. vor anderen Strandhunden. Obwohl seine Wildheit mir auch manchmal einen Schrecken einjagte und das Tier an sich mir Respekt abverlangte, fühlte ich mich sicher. Diese kleine Begegnung ist wie ein Bild für die ganze Reise, auf der ich viel Neues und sehr Bewegendes erlebt und erfahren habe, aber mich trotz all den aufkommenden Gedanken und Gefühlen stets sicher und beschützt und nie allein gefühlt habe.

Von Anna Seichter

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Es bloggen die Teilnehmer einer Exposure-Reise nach El Salvador: Das sind ein Student, zehn Studentinnen des katholischen Instituts der Universität Osnabrück, Martin Kempen vom Bistum Osnabrück und Prof. Dr. Margit Eckholt. Das Thema der Reise lautet “Auf den Spuren von Oscar Romero und Ignacio Ellacuria. Christlicher Glaube, Kirche, Theologie und Politik in Lateinamerika”.

Kommentar zu “El Salvador: Der Abschied naht

  • 6. April 2014 at 02:12
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    increíble – richtig schön, was ihr alles erlebt habt und wie toll ihr das in Worte gefasst habt. Ich freue mich riesig, dass ihr hier in El Salvador wart, ein bisschen diese Realität miterlebt und eine Idee von der für mich so faszinierenden lateinamerikanischen Theologie bekommen habt – unD all das auch mit anderen teilt. ¡Que les vaya bien y que Dios les bendiga!

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