El Salvador: “Mit Monseñor Romero ist Gott durch El Salvador gegangen” – UCA

„Wir kämpfen unseren Kampf mit Gitarren und Liedern der Kirche. Denn auf diese Weise streben wir die Bekehrung der Sünder an: Wir säen in den Herzen und verändern die Welt“ (Oscar Romero)

Gedenkttafel an Ignacio Ellacurías und die weiteren Opfer vom 16.11.1989

Gedenkttafel an Ignacio Ellacurías und die weiteren Opfer vom 16.11.1989

Waren wir bisher in den Kontexten von Gemeinde, Schule etc. unterwegs, sind wir heute das erste Mal in das Leben an der Universidad Centroamericana „José Simeón Cañas“ (UCA) eingetaucht. Empfangen von Martha Zechmeister, stand sogleich ein Treffen mit dem beeindruckenden Befreiungstheologen und Jesuitenpater Jon Sobrino an, der uns bereits in Seminaren an der Universität Osnabrück stetig beschäftigte und inspirierte. Er war ein Weggefährte Ignacio Ellacurías, welcher zusammen mit fünf weiteren Jesuitenpatern, der Köchin und ihrer Tochter an der UCA 1989 ermordet wurde. Der Philosoph, Theologe, Märtyrer und Universitätsrektor Ignacio Ellacuría ist einer der herausragenden lateinamerikanischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Auf ihn bezog sich der Vortrag Jon Sobrinos mit folgendem Titel: „Ignacio Ellacuría. Der Mensch und der Christ“. Dieser Vortrag fasst auf einer theologischen Ebene das zusammen, was für uns im Laufe der Tage immer konkreter geworden ist. Jon Sobrino führt Aussagen Ellacurías, die dieser über Romero macht, an und beleuchtet sie aus seiner Perspektive heraus. Ellacuría sagt: „In Monseñor Romero habe ich den Finger Gottes gesehen“ und „mit Romero ist Gott durch El Salvador gegangen“. Diese beiden Zitate bringen zum Ausdruck, dass sowohl Ellacuría als auch das Volk El Salvadors der Ansicht sind, dass Romero ein Gesandter Gottes sei, der das Volk rette.

In diesem Sinne feierten wir anlä

sslich des 34. Todestages von Romero eine Messe in der Universitätsgemeinde in der Kapelle der UCA, in welcher sich auch die Gräber der sechs getöteten Jesuitenpater befinden.

Zuvor hörten wir noch einen Vortrag eines deutschen Studenten der UCA über die Realität El Salvadors. Was wir in den Seminaren bereits theoretisch erfassten, wurde uns nun praktisch näher gebracht. Zu den Gefahren die das Land El Salvador hervorbringt, gehören die Bandenkriege, die Ausbeutung der Arbeiter/innen, die Umweltverschmutzung, deren Folge starke gesundheitliche Schädigungen sind und die illegale Emigration nach Norden (Mexiko, USA). Diese harten Wirklichkeiten wurden uns durch erschreckende Bilder visualisiert.

Dennoch bleibt in unserer aller Köpfe die Aussage José Lazos gegenwärtig, dass El Salvador trotz der Gefahren und des Elends ein Land voller Freude sei. Ebenso drückte Sobrino abschließend sehr treffend aus, dass auch in den Armen der Finger Gottes zu erkennen sei.

Verfasst von: Lisa Andersen und Anna-Maria Cloppenburg

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Es bloggen die Teilnehmer einer Exposure-Reise nach El Salvador: Das sind ein Student, zehn Studentinnen des katholischen Instituts der Universität Osnabrück, Martin Kempen vom Bistum Osnabrück und Prof. Dr. Margit Eckholt. Das Thema der Reise lautet “Auf den Spuren von Oscar Romero und Ignacio Ellacuria. Christlicher Glaube, Kirche, Theologie und Politik in Lateinamerika”.