El Salvador: Von Abschied und Segenswünschen

Abschied El Salvador

Wir machen uns also auf den Rückweg nach Deutschland. Nach fast drei Wochen in El Salvador kommt uns die Tatsache, dass wir nun zurückkehren, fast schon surreal vor. Kopf und Herz haben sich an Sprache und Mentalität gewöhnt, Magen und Kreislauf an Klima und Essgewohnheiten. Jetzt zurück zu Alltag, Uni, Freunden, Familie und Partnern. Eigentlich unvorstellbar – sicherlich weit, weit weg.

Nachdem wir den Vormittag mit Kofferpacken, einem köstlichen Frühstück und Mittagessen und dem letztem Strandbesuch verbracht haben, geht es auch schon los. Wir kommen pünktlich am Flughafen an, checken ein und kaufen im Dutyfree-Bereich die letzten Souvenirs. Schon sitzen wir im Flieger. Langsam holen Müdigkeit und die Einsicht, bald wieder zu Hause zu sein uns ein und erzeugen Momente der Sprachlosigkeit gepaart mit einer seltsamen Mischung aus Vorfreude, Nostalgie und Wehmut.

Keiner von uns vermag dies in Worte zu fassen und doch kann es jeder in den Gesichtern der anderen erkennen: Unsere Reise, unsere intensive Zeit als Gruppe, unsere Zeit in El Salvador, unsere Zeit mit den Salvadorianern endet hier. Was bleibt? Was wird aus den Menschen, die wir kennen gelernt haben? Wie werden sich die Schicksale entwickeln, an denen wir teilhaben durften? Was nehme ich mit? Was wird mich prägen, was nicht? Inwiefern hat mich diese Reise verändert? Was hat das für Konsequenzen für mein zukünftiges Leben?

Noch ist es schwierig, Antworten zu finden. Daher möchten wir in diesem Blogeintrag Wünsche und Danksagungen an El Salvador und seine Bewohner formulieren:

Wir danken dir El Salvador:

„El Salvador, ich danke dir für die vielen wunderbaren Begegnungen, die du uns geschenkt hast. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die mich beeindrucken und die mir zeigen konnten, wie ich mein Leben noch glücklicher Leben kann. Ich danke dir für die vielen Gänsehaut-Momente, für das Lachen, das Weinen, die Wärme, die Dankbarkeit und Liebe und ich danke dir dafür, dass durch dich eine ganz besondere Reisegruppe zusammengeführt wurde.“

„El Salvador, ich danke dir für die wunderbaren Begegnungen mit so vielen einzigartigen Personen, die atemberaubende Zeit in den Gastfamilien und all die Freude und das Leid, das wir mit dir teilen durften.“

„Ich danke dir für die einmaligen Erlebnisse, Begegnungen für die Menschen und Pupusa con queso.“

„Ich danke dir für das Aufreißen meiner comfortzone, für die warme Gastfreundschaft und für Antibiotika.“

„El Salvador, ich danke dir für die wunderbaren Begegnungen, mit all deinen unterschiedlichsten Menschen, von denen wir so viel Herzlichkeit und Wärme empfangen haben.“

„Für dein offenes Herz, mit dem du uns empfangen hast. Die zahlreichen Begegnungen mit deinen beeindruckenden Menschen haben uns zutiefst bewegt und uns verändert. Dafür danken wir dir.“

„El Salvador, ich danke dir, für die vielfältigen Erlebnisse, für die traurigen und die hoffnungsvollen Geschichten der Menschen denen wir begegnet sind, für die Liebe und die unglaubliche Offenheit mit der wir empfangen wurden, für viele bereichernde Gespräche mit beeindruckenden Menschen, einfach für jeden Moment, den ich auf dieser Reise erleben durfte.“

„El Salvador, ich danke dir dafür, dass du uns so freundlich aufgenommen hast und wir deine Hitze, Vielfalt und Extreme mit Körper und Geist erfahren durften.“

„Danke El Salvador für die prägenden Eindrücke deiner konkret gelebten Solidarität mit den Armen.“

„El Salvador, ich danke dir für die unglaublichen Eindrücke und Erfahrungen, die ich in deinem Land sammeln durfte.“

„El Salvador, ich danke dir für die Gastfreundschaft, für die Zeichen der Hoffnung und des Lebens, die wir in den immer noch von den Wunden des Krieges und der Gewalt gezeichneten Realitäten des Landes entdecken konnten. Wir haben lernen können, dass die Auferstehung sich täglich ereignet, in diesen Zeichen des Lebens, der geteilten Freude und der Hoffnung. Darin lebt Monseñor Romero, darin leben die vielen anderen Märtyrer und Märtyerinnen weiter.“

El Salvador, wir wünschen dir:

„Ich wünsche dir weiterhin bewegende und dadurch Dinge verändernde Menschen, sodass “dein Wasser nicht anfängt zu stinken“, wie eine sehr kluge Frau aus deiner Mitte sprach.“

„Ich wünsche dir, El Salvador, dass du ein Bewusstsein für die tolle Natur deines Landes entwickelst und dass du somit das Umweltproblem beseitigen kannst. Ich wünsche dir, dass die Armut sowohl der Menschen als auch der Tiere ein Ende hat und dass Gottes Schöpfung in voller Blüte strahlen kann. Ebenso wünsche ich dir, dass du die Wärme und Gastfreundschaft, die du tief in dir verwurzelt trägst weiter in die Welt hinaustragen kannst.“

„Dass die Erinnerung an die schmerzhaften Erfahrungen des Krieges und des Leidens vieler unschuldiger Menschen in eine Zukunft führt, in der alle Menschen Anteil an einem Leben in Würde, Frieden und Gerechtigkeit haben. Gottes Segen auf diesem Weg.“

„El Salvador ich wünsche dir, dass du deine Umweltverschmutzung in den Griff bekommst, Kriminalität und Armut eindämmen kannst und die Kraft und Stärke deines Volkes behältst, um eine gute und erstrebenswerte Zukunft für alle El Salvadorianer zu ermöglichen.“

„El Salvador, ich wünsche dir, dass deine Zukunft eine friedvolle sein wird und so sich für die Menschen neue Perspektiven ergeben.“

„El Salvador, ich wünsche dir eine Zukunft in der du deinen eigenen Weg finden kannst, fern ab von jeglicher Hegemonie. Ich wünsche dir auch, dass du deinem Volk, besonders den jungen Menschen, Perspektiven geben kannst, für die es sich lohnt zu bleiben.“

„El Salvador, ich wünsche dir Perspektive, Hoffnung und Frieden.“

„El Salvador, ich wünsche dir viel Kraft und Ausdauer auf deinem weiteren Weg, deine Geschichte aufzuarbeiten, aber nicht zu vergessen. Ich wünsche dir viele Menschen, die Mut, einen starken Glauben und Hoffnung haben, die etwas verändern wollen und so dazu beitragen können, El Salvador in eine gute, friedliche Zukunft zu führen und in ein Land zu verwandeln, in dem alle gut leben können.“

„El Salvador ich wünsche dir eine friedvolle Zukunft und viel Kraft und Muße bei der Aufarbeitung deiner Geschichte.“

„El Salvador, ich wünsche Dir Menschen, die weiterhin aus dem Geist von Bischof Romero leben, die gegen den Strom der Zeit, von Individualismus und Markorientierung, schwimmen, die in den vielen Zonen der Marginalität Leben für die eröffnen helfen, die keine Perspektiven haben: vor allem die Jugendlichen, die in El Salvador keine Bildungs- und Berufsperspektiven haben und die sich auf die schwierigen und gewaltbesetzten Wege in den Norden aufmachen, in das scheinbar „verheißene Land“ jenseits der Grenze zwischen Nord und Süd und die dort doch „Fremde“ und „Unerwünschte“ sind.“

„Ich wünsche dir, dass deine Kraft nicht versiegt und du eine würdige Zukunft erleben wirst.“

Amen.

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Es haben die Teilnehmer einer Exposure-Reise nach El Salvador gebloggt: Das sind ein Student, zehn Studentinnen des katholischen Instituts der Universität Osnabrück, Martin Kempen vom Bistum Osnabrück und Prof. Dr. Margit Eckholt. Das Thema der Reise lautet “Auf den Spuren von Oscar Romero und Ignacio Ellacuria. Christlicher Glaube, Kirche, Theologie und Politik in Lateinamerika”.