„Es gibt nur eine Welt, es gibt nur einen Frieden“

Weihbischof Gregorio Rosa Chávez in Augsburg - Adveniat Blog #ichwillzukunft

Weihbischof Gregorio Rosa Chávez in Augsburg

Er gilt als Friedensbotschafter über die Landesgrenzen El Salvadors hinaus, er ist der Anwalt benachteiligter Jugendlicher und Verhandlungskünstler in scheinbar ausweglosen Situationen: Gregorio Rosa Chávez. Der Weihbischof von San Salvador hat am 28. November die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Augsburg besucht, um mit den Studierenden über die Situation von jungen Menschen in seinem Heimatland El Salvador zu sprechen. In Deutschland ist er auf Einladung des Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat, das seine Advents- und Weihnachtsaktion am ersten Advent in Augsburg eröffnet. Unter dem Motto „Ich will Zukunft!“ stellt das Hilfswerk in diesem Jahr die Jugendförderung der katholischen Kirche in Lateinamerika und der Karibik in den Blickpunkt.

Eines der gefährlichsten Länder der Welt

„Nach Honduras und Venezuela ist El Salvador das gewalttätigste Land Lateinamerikas“, berichtete der Weihbischof den Theologiestudenten. Jeden Tag werden in dem sieben Millionen Einwohner zählenden Land zwölf Menschen ermordet. Grund für die ausufernde Gewalt sei der Krieg der revalisierenden Jugendbanden, der sogenannten Maras. Und so sehe sich El Salvador heute einer „neuen Art des Krieges“ gegenüber, der vor allem das Leben junger Menschen fordere. Der Versuch der Regierung, der Gewalt mit harter Hand Einhalt zu gebieten, sei fehlgeschlagen. Jetzt suche das Land auf Initiativ des ehemaligen Präsidenten Funes einen dialogischen Weg zum Frieden, indem Vertreter von Politik, Kirche, zivilgesellschaftlichen Organisationen und auch der Jugendbanden sich gemeinsam an den runden Tisch setzen.

Einladung zum Mitwirken vor Ort

An diesem Tisch seien auch noch Stühle für die Augsburger Studentinnen und Studenten frei, denn: „Es gibt nur eine Welt, es gibt nur einen Frieden“, betonte der Weihbischof. „Wir müssen über die Kontinente hinweg in Dialog treten.“ Auf die Frage, was die Studenten tun können, um ihren Altersgenossen in Lateinamerika zu helfen, antwortete Rosa Chávez mit den Worten Dom Helder Camaras: „Wenn ihr uns helfen wollt, dann müsst ihr eure eigene Gesellschaft verändern.“ Solidarität heiße: „Teilen, was wir sind, teilen, was wir glauben, teilen, was wir haben.“

Konkrete Hilfe bedeutet laut Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens aber auch politisches Engagement: „Sprecht mit euren Familien und euren Freunden darüber, was Weihbischof Rosa Chávez heute berichtet hat. Verändert die Gesellschaft, damit alle Menschen in Lateinamerika und weltweit die Chance auf eine lebenswerte Zukunft haben.“ Jentgens dankte den Studierenden für ihr großes Interesse und besonders auch Professor Georg Langenhorst, der die Begegnung im Rahmen seiner Vorlesung ermöglicht hatte.

Interview im Anschluss

Nach der etwas anderen Vorlesung haben wir Lukas Golla gefragt, was seine Wünsche für die Zukunft sind und was er sich für junge Menschen in der Welt erhofft. Der 22-Jährige studiert im 7. Semester Sport und Theologie auf Lehramt und ist verheiratet.