Für eine Schulstunde nach Mexiko

Heute hat unser Aktionsgast Indira Berroterán die Goetheschule in Essen besucht, um im Spanischunterricht der siebten, neunten und zwölften Klassen von ihrer Arbeit mit hilfsbedürftigen Kindern in Mexiko-Stadt zu berichten. Es wurde getanzt, gegrübelt, diskutiert – und im Dialog mit Indira reflektierten die Schüler ihre eigenen Lebensumstände.

Mit der siebten Klasse startete die gebürtige Venezolanerin gleich nach der Begrüßung einen spontanen Gruppentanz zum Aufwärmen, um die Schüler anschließend über ihre Vorstellung von fairer Arbeit zu befragen. „Vernünftige Arbeitszeiten“, „nicht zu viele Überstunden“ und „genug Möglichkeiten, sich zu erholen“, hielten die Kinder für besonders wichtig. Aber auch ein „gleicher Verdienst für Männer und Frauen“ wurde gefordert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Indira von den Kindern berichtete, die in ihrem Wohnheim Yolia in Mexiko ein neues zu Hause gefunden haben, wurden die anfangs etwas aufgeregten Schüler plötzlich nachdenklich. Wer bei Yolia unterkommt, hat eine schwierige Kindheit hinter sich: Waisen, Missbrauchsopfer und Straßenkinder, denen es teilweise schwerfällt, sich an die Regeln des Hauses zu halten. Außerdem müssen sie häufig erst lernen, dass es Menschen gibt, die ihnen wohlgesonnen sind und ihnen tatsächlich helfen wollen. Die Essener Schüler staunen. Kaum zu glauben, dass man in Mexiko schon mit 20 Euro 40 Kinder ernähren kann – und das eine ganze Woche lang. „Wir könnten Geld sammeln“… „Kleidung spenden, die uns nicht mehr passt“… „oder Bücher und Schreibmaterial“… „unseren Eltern davon erzählen, damit sie spenden“, schlugen die Schüler angesichts der Schicksale ihrer mexikanischen Altersgenossen vor. Ein Junge erklärte, dass man in Deutschland einfach mehr Möglichkeiten habe: „In anderen Ländern können sich die Eltern oft nicht so viel leisten, manche Kinder können nicht einmal in die Schule gehen.“

In einem Video lernte die Klasse Mädchen wie Marina kennen, die mit 11 Jahren bei Yolia aufgenommen wurde, da sich ihre Eltern nicht ausreichend Nahrungsmittel leisten konnten. Auf diese Weise konnte Marina zur Schule gehen und danach sogar ein Pädagogikstudium abschließen. Heute arbeitet sie selbst bei Yolia und verdeutlicht den Mädchen, wie wichtig es ist, zum einen ihre Chancen zu nutzen und Ängste zu überwinden und zum anderen auf ihre Mitmenschen Acht zu geben.

Genau in diesem Punkt appellierte Indira auch an die Spanisch-Schüler in Essen: „Eure Lebensumstände mögen anders sein, aber auch hier ist es wichtig, seine Mitschüler oder Geschwister zu trösten, wenn es ihnen schlecht geht. Also lasst uns an diesem Weihnachten besonders auf unsere Mitmenschen achten.“

 

Mehr zu Indira und ihrem Projekt: https://www.adveniat.de/engagieren/weihnachtsaktion/partner-aus-lateinamerika/indira-berroteran

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