Herzlichen Glückwunsch, liebes Spanisch … !

Foto: Achim Pohl

 … denn heute ist dein Tag: der Tag der Spanischen Sprache. Und auf dem Siegertreppchen der meistgesprochenen Muttersprachen, stehst du auf Platz zwei. Um deinen Rankingplatz gebührend zu feiern, haben die Vereinten Nationen im Jahr 2010, den 12. Oktober offiziell zum Welttag der Spanischen Sprache erklärt. Zu deinem Ehrentag möchte auch Adveniat betonen wie wichtig aber vor allem vielfältig du bist, schließlich stehst du auch bei uns in der Geschäftsstelle im Muttersprachenranking ganz weit oben.

Wenn Spanisch nicht gleich Spanisch ist

Der größte Spanisch sprechende Bevölkerungsanteil lebt in Mittel- und Südamerika, gleich darauf folgt Spanien. Der sprachliche Ursprung jedoch, liegt auf dem spanisch-europäischen Festland. Das Spanisch, wie es heute als Amtssprache anerkannt ist, entwickelte sich einst aus dem umgangssprachlichen Latein und regionalen Einflüssen aus der nordspanischen Region Altkastiliens. Deswegen nennt man es auch Castellano. Das lateinamerikanische Spanisch hingegen hat sich aus dem ursprünglichen Castellano entwickelt.

Die spanischsprachigen Länder zeichnen sich nicht nur kulturell, sondern auch mitunter durch ihre starke sprachliche Vielfalt aus. In Spanien benutzt man zum Beispiel sehr oft die Form des „tú“ (du) und „vosotros“ (ihr), in einigen Teilen Lateinamerikas stattdessen „vos“. Ein weiteres Beispiel ist das „vosotros“ (ihr), das in Lateinamerika eigentlich gar nicht benutzt wird, sondern nur die Höflichkeitsform „ustedes“ um sowohl „Sie“, als auch „ihr“ auszudrücken.

Die größten Unterschiede im Spanischen findet man in der Aussprache. Spricht man in Spanien beispielsweise Wörter mit „z“ oder die Kombination von „ce“ und „ci“ (wie in nacionalidad) mit einem dem englischen ähnlichen th aus, wird in Lateinamerika das Wort mit einem normalen, „stimmlosen s“ ausgesprochen.

Latinos unter sich

Aber nicht nur zwischen Südamerika und Spanien gibt es sprachliche Unterschiede. Auch wenn Latinos unter sich sind, kann es zu Missverständnissen kommen. Die große Mehrheit der spanischen Wörter ist universell, doch Einige sind es nicht. Und hier ist höchste Vorsicht geboten! Das Wort „chucho“ zum Bespiel benutzt man in Argentinien um auszudrücken, dass man friert, während es in Chile Gefängnis heißt. In Guatemala hingegen sagt man chucho zu einem Hund oder zu jemanden, der einen besonders großen Hunger hat.

Text: Stefanie Bross, Praktikantin bei Adveniat