„Ich will etwas verändern“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Jesus Delgado

Jesus Delgado, einer der Initiatoren von „Caracas mi convive“

Jesus Delgado, 21 Jahre alt, Aktivist:

„Ich gehöre zu insgesamt 25 Mitarbeitern der NGO ‚Caracas mi convive‘ (dt.: Caracas bewegt mich). Wir versuchen durch kleine Verbesserungen im Stadtviertel ‚Bloque 23 de Enero‘ die Situation für die Menschen vor Ort zu verbessern. Wir restaurieren Sportplätze oder Kultureinrichtungen.

Ich habe mich dafür entschieden, weil ich hier geboren und aufgewachsen bin. Es ist leicht zu meckern. Ich will etwas verändern und das kann ich am besten, indem ich mit anpacke. Hier bei uns kontrollieren die ‚Colectivos‘ alles, das sind paramilitärische Banden der Regierung. Ohne ihre Zustimmung geht hier nichts. Die Eltern und die Jugendlichen sind sehr dankbar, dass sich jemand um die Verbesserung der Lage vor Ort kümmert. Es kann sein, dass wir uns irgendwann auch einmal politisch engagieren. Einige von uns sind in der Opposition aktiv. Wir als NGO wollen aber bewusst unabhängig bleiben.“

 

 


Korrespondent Tobias Käufer

Korrespondent Tobias Käufer

 

Der Journalist Tobias Käufer hat die Menschen in Caracas, Venezula,
für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat interviewt und fotografiert.

 

 

 


Venezuela-Referent Reiner Wilhelm

Venezuela-Referent Reiner Wilhelm

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat trotz der systematischen Abschottungspolitik nach wie vor die Möglichkeit, mit seinen Projektpartnern den Menschen vor Ort direkt zu helfen. „Gemeinsam mit Bischöfen, Kirchengemeinden und Ordensleuten organisieren wir Medikamente und Lebensmittel, damit die Menschen das Notwendigste zum Überleben haben“, erklärt Adveniats Venezuela-Referent Reiner Wilhelm. „Andererseits geht es uns immer auch um die Friedenssicherung. Das Land ist gespalten und wir unterstützen Projekte, die die Einheit fördern.“