Internationaler Tag der Freundschaft

„Entfernung kann zwar Freunde trennen, doch wahre Freunde trennt sie nie.“

Gestern, am 30. Juli, ist der Internationale Tag der Freundschaft gewesen. Doch was versteht man heute noch unter Freundschaft? In einer Zeit von Facebook und Twitter, wo man mehrere Hunderte „Freunde“ und „Followers“ sammelt, ist es schwierig zu erkennen, was wahre Freundschaft bedeutet.

Freunde – für manche ein Ersatz für Familie für andere ein Gerüst, dass einem im Leben unterstützt. Doch was tun wenn auf einmal der Freund auswandert oder auf eine lange Reise geht? Vor einigen Jahren hieß das oftmals das Ende einer Freundschaft, doch heute ist die Welt, durch soziale Netzwerke, etwas zusammengerückt und ermöglicht vielen Menschen eine Freundschaft, trotz gewaltiger Distanzen, zu führen. Auch ich führe solche Freundschaften. Um zu verstehen wie so etwas funktionieren kann, müssen wir erst mal verstehen was Freundschaft eigentlich bedeutet.

Freundschaften fangen mit Begegnungen an – man ahnt oftmals nicht, dass dies einer der wichtigsten Menschen im Leben wird. Ein Mensch, der mit dir lachen kann, der deine Tränen mit dir teilt und keinen Nutzen durch dich erzielen will. Jemand vor dem man laut denken kann, der deine Vergangenheit kennt und an deine Zukunft glaubt. Hat man so jemanden gefunden, braucht eine Freundschaft auch viel Pflege, denn sie ist eines der kostbarsten Dinge im Leben, die einem wiederfahren.

Sich auszutauschen und den anderen an seinem Leben teil haben zulassen ist dabei sehr wichtig. Und dabei kann Skype, Facebook und Co. sehr hilfreich sein. Mehrmals die Woche sehe ich Freunde und Familie auf meinem Tablet-Computer. Wir tauschen uns aus, erzählen von unseren Sorgen und Wünschen, berichten über Erlebnisse und Geschehnisse aus dem Land, in dem man sich aufhält. Und das Beste sind die Momente, in denen man zusammen lachen kann. Die Technik von heute ermöglicht mir, das Lachen eines Freundes am anderem Ende der Erde zu hören, die Tränen zu sehen und sein Herz zu berühren.

Nicht die aberhunderten Kontakte bei Facebook und Twitter sind Freunde, sondern diejenigen, dessen Leben und Geschichte ich kenne. Diejenigen, die mein Glück und Leid teilen und auch in schlechten Zeiten für mich da sind. Eine wahre Freundschaft kennt keine Entfernung. Sie entfremdet sich nicht nach einiger Zeit, denn wahre Freunde haben sich immer was zu erzählen, manchmal auch ohne Worte.

Alte Freunde sind wie alter Wein, er wird immer besser, und je älter man wird, desto mehr lernt man dieses unendliche Gut zu schätzen.  Franz von Assisi (1182-1226)

Text: Isabella Lindoso, Auszubildende bei Adveniat

Marvin (23): „Ich denke eine Freundschaft ist ähnlich wie eine Beziehung, nur mit mehr Verstand. Sie hält eine räumliche Distanz viel eher aus.
Freundschaft basiert auf Ehrlichkeit, denn nur dadurch baut sich ein gewisses Vertrauen auf, ähnlich wie in einer Beziehung. Vertraut dir ein Freund seine Sorgen an, so bist du auf gewisse Art und Weise auch für ihn verantwortlich. Schwere Zeiten gemeinsam zu bestehen schweißt zusammen.
Für mich bedeutet Freundschaft FAMILIE!“

Tania (58): „Freundschaft für mich bedeutet VERTRAUEN, zu wissen, dass er/sie da für mich ist, in guten und schlechten Zeiten.
Ob ich gemeinsame Interesse mit ihnen teile ist nicht das Wichtigste, obwohl es angenehm ist, wenn man sich über verschiedene Aspekte des Lebens unterhalten und auch die eigene Meinung dazu äußern kann. Das hält eine Freundschaft lebendig.
Ich habe viele alte Freunde noch in Brasilien und obwohl ich sie nicht so oft sehe ist es immer eine Freude, als ob wir uns erst gestern getroffen hätte.
Freundschaft ist Zeitlos, ist Respekt und vor allem LIEBE.“

Leonardo Aureo (37): Für mich bedeutet Freundschaft ein intensives Miteinander, Respekt, eine Kameradschaft, die oftmals mit der eigenen Familie nicht möglich ist, aus verschieden Gründen. Kurz gesagt, ich glaube Freundschaft ist eine Erweiterung der Familie, mit dem Vorteil, diese wählen zukönne.
Ich glaube eine wahre Freundschaft ist trotz Distanz möglich. Wenn trotz dieser Distanz das Vertrauen aufrecht erhalten werden kann ist es realistisch. In einer Zeit in der sich viel virtuell abspielt, in so vielen verschiednen sozialen Netzwerken, ist es schwierig zu differenzieren und man muss sehr aufpassen diese „Kontakte“ nicht mit wahrer Freundschaft oder sogar Intimität zu verwechseln. Meiner Meinung nach , ist Intimität, sowieso eine Sache die nur zustande kommt, durch regelmäßigen Kontakt und einer intensiven Beziehung. Es gibt ein Zitat einer Unbekannten: „Freunde sind diejenigen, die auch nach Jahren ohne Kontakt oder gewaltigen Distanzen , trotzdem bei Schwierigkeiten, die ersten sind die erscheinen.“

Buchtipp:

Das Buch „Juan und Hannes – Abendteuer am Rio Tiputini“ handelt von einem Indiojungen aus Ecuador und einem jungen aus Deutschland der Urlaub mit seinem Vater am Rio Tiputini macht. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden Jungen – und damit beginnt auch das Abendteuer. Beide versuchen den Dschungel und die dort lebenden Tiere vor Wilderern zu retten.
Ein Buch für jung und alt, mit einer rührenden Geschichte über Freundschaft und den Kampf das Leben im Dschungel zu schützen.
Das Buch erschien 1995 und behandelt Themen wie Tierschutz und Freundschaft zwischen Kindern mit unterschiedlichen Nationalitäten. Sehr verständlich und spannenden formuliert, packt die Geschichte einen in ihren Bann und demonstriert was wahre Freundschaft alles bewirken kann.

  • Pappbilderbuch
  • Verlag: Erlangen : Boje-Verl., (1995)
  • ISBN-10: 3414842327
  • ISBN-13: 978-3414842329
  • ASIN: B002DU496G
  • Sprache: Deutsch