Katholikentagsblog: Von Regensburg nach Buenos Aires

JE_140530_1182Wer gestern Abend in Regensburg über den Arnulfsplatz geschlendert ist, hat sie sicherlich gesehen: die lange Menschenschlange, die vom Velodrom bis an den Platz heranreichte. Über 1.000 Leute warteten geduldig, und alle wollten nur das eine: Tango!

 

Die 620 Plätze des Velodroms waren schnell besetzt. „Jetzt spielen wir Tango“, sagte Mulo Francel von der Gruppe „QJE_140530_1343uadro Nuevo“, „Sie können gerne tanzen.“ Lautes Gelächter im Publikum. Wo sollte man hier tanzen? Alles war bis auf den letzten Fleck mit Stühlen zugestellt. „Das erste Tanzpaar bekommt eine CD umsonst!“, schob der Saxophonist hinterher. Das ließ sich ein Paar nicht zwei Mal sagen. Schon nach den ersten Tango-Tönen schwangen sie sich auf die Bühne – neben die Band. Zwei weitere Paare folgten und umkreisten die zufriedenen Musiker.

 

Wie der Name der Veranstaltung „Tango y Testimonio“ schon sagte, sollte es an dem Abend nicht nur um die Musik gehen. Padre Sebastián Sury sprach über seine Arbeit in einem der vielen Armenviertel von Buenos Aires. „Ich arbeite dort, weil Gott mich dorthin bestellt hat. Und mein Bischof fand das auch gut.“ Dieser Bischof war niemand geringeres als Jorge Bergoglio, heute Papst Franziskus. Padre Sury lebt so, wie Papst Franziskus es sich von vielen Menschen wünscht: nah bei den Armen. „Wenn wir an Armut denken, denken wir an Traurigkeit. Aber es gibt dort auch viel Freude. Wir Priester in den Armenvierteln bekommen sehr viel von den Menschen“, sagte der Argentinier.

 

JE_140530_1307Ganz im Sinne des Katholikentagmottos „Mit Christus Brücken bauen“ lud er die Musiker von „Quadro Nuevo“ in seine Pfarrei ein – wenn sie das nächste Mal in Buenos Aires seien. Erst im Januar waren sie dort gewesen und fassten ihren Besuch so zusammen: „Eine gefährliche Stadt mit unglaublich netten Menschen.“ Padre Sury nickte: „Die Armen sind gefährlich – sie rauben dir das Herz.“

 

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Noch ein Thema durfte an diesem Abend nicht fehlen: Die in 12 Tagen beginnende Fußball-WM in Brasilien. Christian Frevel, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Adveniat, stellte die Aktion Steilpass vor. „Wir hoffen, dass die Menschen in Brasilien die WM gewinnen“, sagte er. Dafür gab es frenetischen Beifall vom Publikum. Nach dem Konzert wollte jeder die Petition unterschreiben und seinen Beitrag für Fairness und Gerechtigkeit leisten.

 

Text: Christina Weise
Fotos: Jürgen Escher