Kongress mit Adveniat-Lied und Adveniat-Torte

Der Kongress in Aparecida geht zu Ende. Es ist ein Abschluss „der so wohl nur in Lateinamerika möglich ist“, sagte Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Zollitsch meinte damit den Gottesdienst am morgen in der Wallfahrtsbasilika „Nossa Senhora Aparecida“, der den Abschlusstag eingeleitet hatte. Die Messe war ein großes Fest der Glaubensfreude, und sie war Dank und Würdigung für das 50-jährige Wirken von Adveniat in Lateinamerika. Ein szenischer Wagen wurde durch die Basilika gerollt und verdeutlichte die Projektarbeit von Adveniat vor allem in den Bereichen der Bildung, der Transport- und Kommunikationsmittel und des Aufbaus kirchlicher Infrastruktur. Und dazu wurde das neue Adveniat-Lied gespielt, mit der Musik von Reinhard Horn und dem Text von Hans-Jürgen Netz: „An der Seite der Armen ein Licht anzünden, im Dunkel dieser Welt, an der Seite der Schwachen zur Hilfe werden im Elend dieser Welt …“ Jugendorchester und Chor der „PEMSA“ Aparecida hatten das Lied einstudiert es und bereits gestern abend beim festlichen Konzert für alle Teilnehmer aufgeführt: Eine größere Überraschung hätten die brasilianischen Gastgeber den deutschen Gästen kaum bereiten können.

Wer das Adveniat-Lied noch nicht kennt, kann es hier anhören:
http://www.youtube.com/watch?v=qO44yaSJzm0

Der Kongress war eine Standortbestimmung: Wo steht die Pastoral fünf Jahre nach der V. Generalversammlung der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik? Herausforderungen und Entwicklungen wurden besprochen, vor allem die Frage nach der Antwort auf die wachsenden evangelikalen Kirchen. Welche Pastoral, welcher ganzheitliche Pastoralansatz ist der richtige, um die Kirche im 3.Jahrtausend weiterhin lebendig zu halten?

Das alte Priesterseminar der Erzdiözese Aparecida diente als Tagungsgebäude. Es ist in den vergangenen Jahren von einem recht verfallenen Gebäude zu einem modernen Multifunktionsbau herausgeputzt worden. Der Speisesaal, in dem es brasilianische Spezialitäten wie „Pão de Queijo“, „Feijoada“ und morgens die breite Vielfalt tropischer Früchte gab, war der ideale Platz, um Gespräche zu führen: Auf deutsch, spanisch oder portugiesisch. Wer übersetzen konnte, half denen, die die jeweils andere Sprache nicht verstanden. Im Plenarsaal gab es eine Simultanübersetzung, und die Übersetzerinnen leisteten großartige Arbeit.

Beim abendlichen Empfang am Freitag durch den katholischen Fernsehsender „TV Aparecida“ konnten der Erzbischof von Aparecida, Dom Raymundo Damasceno de Asis, Adveniat-Geschäftsführer Bernd Klaschka, sein Amtsvorgänger Prälat Dieter Spelthahn und Padre Darci vom Nationalheiligtum eine große Torte anschneiden, auf der das Adveniat-Logo prangte.

Vor allem den jungen Musikern aus Orchester und Chor des „PEMSA“-Projektes schmeckte der süße Kuchen. Sie hatten ihn sich verdient, denn mehr als eine Stunde lang hatten die rund 80 Jungen und Mädchen ein mitreißendes Konzert im großen Sendesaal des Katholischen Fernsehsenders geboten. Als dann zum Schluss Bossa-Nova-Rhythmen erklangen, hielt es viele Teilnehmer nicht mehr auf ihren Sitzen. Standing Ovations waren den jungen Musikern sicher.

Überhaupt, die Mitarbeiter beim Kongress: Die Zusammenarbeit zwischen den Kollegen vom lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM aus Bogotá, der Erdiözese Aparecida und von Adveniat war ein gelungenes Miteinander. Erzbischof Zollitsch sagte in der Pressekonferenz in Aparecida (an der mehr als 20 Journalisten aus Deutschland, Brasilien und Argentinien teilnahmen), er sei gekommen, um weltkirchliche Erfahrungen sammeln zu können. Den Organisatoren des Kongresses waren diese Erfahrungen sicher.

Christian Frevel, Foto: Wolfgang Sauer