Mexiko: „La Bestia“

Junge Männer warten an einer Station auf den Zug

Warten auf „La Bestia“. Foto: Adveniat/Wilhelm.

Karte von Mexiko

Karte: Tropical Discovery

Meine Adveniat-Projektreise in Mexiko führt mich weiter nach Playas, wenige Kilometer vor Palenque. Dort hat die Regierung mit Mitteln der USA eine Zollstation eingerichtet. Die Zöllner nehmen ihre Arbeit sehr genau: Jeder Fahrgast muss sein Gepäck aus dem Reisebus ausladen, dann damit zur Zollstelle gehen, wenn nötig deklarieren, die Gepäckstücke durch einen Scanner schieben und dann wieder in den Bus einladen.

Die mexikanische Regierung hat auf Drängen der USA an dieser Stelle die Zollstation eingerichtet, im Rahmen des „Plan Mérida“. Dieser ist eine Initiative der US-Regierung zur Bekämpfung des Drogenhandels in Süd- und Mittelamerika. Die Zollstation liegt gut 200 Kilometer von der guatemaltekischen Grenze entfernt. Sie ein Witz. Auch, weil es mehrere Alternativstrecken nach Palenque gibt, ohne Zollkontrollen und frei befahrbar.

Aber besser, die USA investieren in den Bau und Unterhalt dieser Zollstation, als dass sie damit Waffen kaufen. Noch besser wäre es allerdings, die Gelder in Programme zu investieren, die den Menschen nachhaltig eine Zukunft in ihrer Heimat geben.

Von Palenque aus besteigen viele Migranten aus Zentralamerika den Zug, der sie an die Grenze zu den USA bringt. Wegen der vielen Strapazen und der häufigen Unfälle wird der Zug nur „La Bestia“, die Bestie, genannt.

 


Reiner WilhelmReiner Wilhelm ist Mexiko-Referent beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat.
Zurzeit befindet er sich auf Projektreise in Mexiko und berichtet von vor Ort.