„Vergesst Venezuela nicht!“

Seit über zwei Jahren steckt Venezuela in der Krise. Die Menschen hungern, warten vergeblich auf Medikamente – und demonstrieren. Sechs Venezolaner erzählen von ihrem Land, ihrem Leben und ihren Träumen.

Busfahrer Lenin in seinem Bus

Busfahrer Lenin

Lenin, 58 Jahre alt, Busfahrer:

„Ich habe damals Hugo Chavez gewählt. Es hat mir gefallen wie er  den etablierten Politikern Dampf gemacht hat. Und es hat mir gefallen wir er die Wirtschaft in Schwung gebracht hat.

Viel ist davon nicht übriggeblieben. Leider ist unsere Wirtschaft komplett zusammengebrochen. In unserem Viertel ist es viel gefährlicher als früher. Es gibt viele bewaffnete Banden, die das Viertel kontrollieren. Die Menschen haben Angst wegen der Kriminalität.

Ich bin froh, dass ich gerade noch über die Runden komme. Aber diese Inflation ist mörderisch. Die Stimmung ist sehr schlecht. Ich weiß nicht, ob die Opposition es viel besser machen würde.
Was ich weiß ist, dass es nicht mehr schlechter und schlimmer werden kann als es jetzt ist. Wir wollen endlich wählen! Ich bitte den Rest der Welt: Schaut auf Venezuela. Vergesst unser Land nicht. Lasst uns nicht allein!“


Korrespondent Tobias Käufer

Korrespondent Tobias Käufer

 

Der Journalist Tobias Käufer hat die Menschen in Caracas, Venezula,
für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat interviewt und fotografiert.

 

 

 


Venezuela-Referent Reiner Wilhelm

Venezuela-Referent Reiner Wilhelm

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat trotz der systematischen Abschottungspolitik nach wie vor die Möglichkeit, mit seinen Projektpartnern den Menschen vor Ort direkt zu helfen. „Gemeinsam mit Bischöfen, Kirchengemeinden und Ordensleuten organisieren wir Medikamente und Lebensmittel, damit die Menschen das Notwendigste zum Überleben haben“, erklärt Adveniats Venezuela-Referent Reiner Wilhelm. „Andererseits geht es uns immer auch um die Friedenssicherung. Das Land ist gespalten und wir unterstützen Projekte, die die Einheit fördern.“