Ecuador: Mitad del Mundo

Wer kann von sich schon behaupten, am Mittelpunkt der Erde gewesen zu sein? Seit einigen Tagen gehöre ich zu denjenigen, die den Äquator gesehen haben.
Nein, nicht zu jenen, die beim 30 Meter hohen Monument zwischen Quito und Mindo kurz halt machen und ein Foto schießen (das Monument steht fälschlicherweise 240 Meter neben dem Äquator). Sondern zu jenen, die wahrlich ein Bein im Süden und eins im Norden hatten.
Das Museum „Intiñan“ liegt auf dem GPS-ermittelten Äquator und führt für Touristen interessante Beweise vor:
Man lässt an drei Standorten Wasser durch ein Waschbecken fliessen. Aber wer glaubt, dass das gleich aussieht, hat weit gefehlt. Dank der Corioliskraft platscht das Wasser am Äquator direkt herunter, ohne jegliche Zirkulation, im Süden dreht es sich im Uhrzeigersinn, im Norden dagegen. Beeindruckend.

Beeindruckend auch, dass man direkt am Äquator weniger Kraft aufwenden kann. Meine Hand lässt sich problemlos von Kopfhöhe nach unten drücken, das ging sowohl im Norden als auch im Süden nicht.

Eins der Touristenhighlights habe ich nun abgehakt. Heute stehen wieder neue Vokalen auf dem Programm…

Nicole Katitsch
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Nicole Katitsch arbeitet seit 2010 im Bildungsreferat bei Adveniat. Sie berichtet während der nächsten vier Wochen im Adveniat-Blog von ihrem Aufenthalt in Quito, Ecuador.