Playa Dorada

Im Bild: Luxushotel auf der Playa Dorada

Luxushotel auf der Playa DoradaHinter einem großen Tor, das Befugten den Weg zu einem weitläufigen Komplex mit 16 Hotels, Golfplatz und Einkaufszentrum freimacht, sehe ich sie, die Touristen. Zuhauf, rotgebrannt und beshortet am Pool, am Strand oder an der Bar der All-Inclusive-Hotels; vereinzelt, sonnenbebrillt und von eleganter Stille umhüllt im 5-Sterne-Boutique-Hotel à la carte. Der Hoteldirektor zeigt uns stolz seine drei Hotels, er ist ein freundlicher Geschäftsmann, der sich Zeit nimmt und bei dem Rundgang durch die Hotelanlagen immer wieder mit Gästen ins Gespräch kommt. Von Prostitution will er nichts hören, seine Hotels seien Familienhotels, All-Inklusive sei für Eltern geschaffen worden, zudem kämen viele Paare und sonnenhungrige Rentner.

Tatsächlich sieht man kein Paar des Typs „alter weißer Mann mit schöner junger Dominikanerin“ – keines? Doch: in der Lobby des 5-Sterne-Hotels. Beide sehen vor allem gelangweilt aus. Und als wir am Golfplatz vorbeifahren meine ich den ruhigen höflichen Mitvierziger wiederzuerkennen, der neben mir im Flugzeug saß – in Begleitung einer dominikanischen Schönheit. Beide lachen und schubsen sich. Ein Win-win-Geschäft?

Die Arbeitsplätze in den Hotels sind bei den Dominikanern beliebt – es sind relativ sichere Arbeitsplätze, Dominikanischer Angestellter im Hotelaußerdem versprechen sie Zusatzeinnahmen durch Trinkgeld. Allerdings müssen alle Hotelangestellte, die direkt mit den Klienten zu tun haben, Englisch sprechen können.

Glatt is beautiful?

Schon im Flugzeug fiel mir das seltsame Haaraccessoire bei einer Dominikanerin auf, in Puerto Plata sehe ich es wieder und am Busbahnhof von Santiago auch mehrfach: ein schwarzes engmaschiges Netzkäppchen aus Haargummi. Es ist eng um den Kopf gespannt und soll – so werde ich belehrt – helfen, widerspenstiges, kräuselndes Haar zu bändigen. Kaum eine Frau hier, egal welchen Alters, trägt Löckchen. Alle Mittel sind erlaubt, um das Haar zu feinem dunklen Schnittlauch zu glätten. Schade eigentlich.

Text: Verena Hanf

Fotos: Jürgen Escher