Tag der indigenen Völker

Der 9. August ist der Internationale Tag der indigenen Völker.

Bischof Lucio Alfert aus Pilcomayo in Paraguay war vor Kurzem zu Besuch in Essen. Der Bischof machte deutlich, dass die Ureinwohner Paraguays, die Indigenen, noch immer um ihre Rechte kämpfen; in Paraguay heißt das vor allem: Kampf um das Land, das ursprünglich einmal den Indigenen gehörte, bis sie im 19. Jahrhundert enteignet wurden. Heute ist dieses Land im Besitz von wenigen Großgrundbesitzern, und die Kirche, so betonte der Bischof, setzt sich dafür ein, dass die Indigenen ihr Land zurückerhalten. „Immerhin 120.000 Hektar konnten wir in meiner Diözese für die Indigenen zurückgewinnen“, sagte Bischof Alfert.

Neben dem Recht auf ihr Land müssten die Indigenen auch das Recht haben, sich so zu organisieren, wie sie es wollen und nach ihren eigenen kulturellen Vorstellungen zu leben. Jeder Mensch, so sagte der Bischof aus Paraguay, suche „ein Leben in Fülle“, und das Ziel müsse es sein, „Leben in Fülle für alle“ zu erreichen. Tatsächlich, so beklagte Alfert, wachse jedoch die Kluft zwischen den wenigen, „die skrupellos Reichtum anhäufen, und den Unzähligen, denen das Existenzminimum vorenthalten wird“.

Anschließend betete der Bischof in Guaraní. Das Gebet können Sie anhören. Weiter unten finden Sie die Übersetzung.

Zum Anhören:
Gebet in Guaraní

Lasset uns beten:

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen

Herr Jesuschristus, du hast uns gesagt:
“Den Frieden hinterlasse ich Euch,
meinen Frieden gebe ich Euch”.

Wir bitten Dich, erhöre unser Gebet.
Blicke auf unsere Versammlung herab,
sende uns deinen Heiligen Geist,
damit wir miteinander froh werden
und besser auf unseren Nächsten hören.

Gib, dass wir an diesem Tag
nach deinem Willen handeln,
dass wir miteinander umgehen,
wie es dir gefällt.
Sende uns die Liebe deines Vaters,
damit wir uns gegenseitig lieben,
heute und alle Tage. Amen

Es segne Euch
der allmächtige Gott,
der Vater und der Sohn
und der Heilige Geist. Amen.