Eine kleine Reise nach Lateinamerika – auch das ist Praktikum

Margit Wichelmann im Gespräch mit Stepahn Destin, Direktor des katholischen Wiederaufbaubüros PROCHE auf der Baustelle eines neuen Diözesanzentrums in Jacmel.

Margit Wichelmann im Gespräch mit Stepahn Destin, Direktor des katholischen Wiederaufbaubüros PROCHE auf der Baustelle eines neuen Diözesanzentrums in Jacmel. Foto: Martin Steffen

Frisch als Praktikantin angekommen, nahm man mich am zweiten Tag hier bei Adveniat sofort mit auf eine kleine Reise nach Lateinamerika. Margit Wichelmann, Referentin für Haiti, Chile und Uruguay, zeigte Bilder ihrer Auslandsreisen und begeisterte nicht nur mich als Lateinamerika-Anfängerin, sondern auch ihre ganzen Kolleginnen und Kollegen.

Drei Wochen Uruguay, das heißt zwei Tage pro Diözese, so leitete sie den Bericht mit einem Lächeln ein. Bereits im März fand die Reise statt, doch Begeisterung und Engagement für das Land, die Leute und ihre Arbeit schwangen in jedem ihrer Worte mit. Das erste Ziel: Montevideo, die Hauptstadt Uruguays. Dort traf Margit Wichelmann Kardinal Sturla. Einen Mann des Volkes, der mit viel Motivation und Schwung der ärmlichen Kirche Uruguays unter die Arme greifen soll. Weiterlesen

Ecuador: Blitzblanke Erstkommunion

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Es ist Freitag, mein erster „richtiger“ Tag in Ecuadors Hauptstadt Quito. Während ich noch auf dem Rasen mit den Kindern spiele und ausgefragt werde, wieso ich denn grüne Augen habe und wieso der Name Genesis denn auch auf Deutsch Genesis heißen würde, kommen gleich mehrere Frauen und Männer mit Besen auf die Kirche zu. „Wie aus einem Werbespot“ schießt es mir durch den Kopf, aber keineswegs: Am Samstag feiern wir in der Kirche die Erstkommunion von 12 Kindern. Und alle Eltern sind aufgerufen, mit Besen vorbeizukommen und beim Reinemachen zu helfen. Gesagt, getan. Weiterlesen

WJT: Sehnsucht nach Geborgenheit

Straßenkinder, Frauen im Rotlichtmilieau und Jugendliche in Favelas. Nachdem wir in den vergangenen Wochen ganz unterschiedliche Adveniat-Projekte besucht haben, berichtet Anna Limbach noch einmal von einem Projekt, das uns alle ganz besonders beeindruckt, aber auch sehr nachdenklich gemacht hat: ein Kinderheim von Amar. Ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Videostatement: Anna Limbach, Video: Mareille Landau

Delegation: Mit Musik Zukunftschancen eröffnen

Im Gemeindesaal der Pfarrei San Felipe in Asunción herrscht gespannte Aufmerksamkeit. Rund 70 junge Musiker, Mädchen und Jungen, haben sich mit ihren Saiteninstrumenten aufgereiht, um uns ihr Können zu beweisen. Und sie bringen es stolz zu Gehör. „Die Musik hat das Leben in unserem Barrio verändert“, sagt Angelica Viveros, die Koordinatorin des Projektes in der Pfarrei. „Die Kinder haben etwas, das ihnen zeigt: Ich bin zu etwas fähig, ich kann etwas, und es macht Spaß.“

Bischof Karl-Heinz Wiesemann mit Angelica Viveros (Mitte), der Koordinatorin von "Sonidos de la Tierra" in der Pfarrei San Felipe.

Bischof Karl-Heinz Wiesemann mit Angelica Viveros (Mitte), der Koordinatorin von "Sonidos de la Tierra" in der Pfarrei San Felipe.

San Felipe ist eine Pfarrei in einem Armenviertel am Río Paraguay. Der Fluss ist über die Ufer getreten und hat weite Teile der Pfarrei überschwemmt. Unser Wagen muss durch knietiefe Seen fahren, die sich auf den Straßen gebildet haben. Mehr als 2.000 Familien sind betroffen, einige mussten ihre Häuser räumen. Padre Pedro Velasco, ein spanischer Priester, der seit 43 Jahren in Paraguay wirkt, erinnert sich an noch schlimmere Überschwemmungen. Mehr als zwei Meter habe 1983 die ganze Pfarrei unter Wasser gestanden, erinnert er sich. Dennoch kehrten die Leute zurück, bauten ihre Häuser wieder auf. „Wo sollen sie denn hin“, fragt er. „Den Armen bleiben nur die Häuser am Fluss, die Reichen wohnen auf den Höhen.“ Weiterlesen

WJT: AMAR – Liebe leben

Wir sind angekommen! Bei geschmeidigen 23 Grad begrüßte uns Rio mit tollem Wetter und das um 4.30 Uhr in der Früh. Untergebracht sind wir in einem Adveniat Projekt namens Amar. Am Rande von Rio kümmern sich die acht Mitarbeiter um Kinder zwischen sieben und vierzehn Jahren aus den umliegenden Stadtteilen und Favelas. Als wir heute morgen um 7.30 Uhr von Kinderlärm geweckt wurden, spürten wir den Jetlag noch in den Knochen.

Nach einem typisch brasilianischen Frühstück mit Brötchen mit salziger Butter und einem riesigen Obstkorb wurden wir mit großer Herzlichkeit von einigen Mitarbeitern des Projektes begrüßt und umsorgt. Wir waren sehr berührt, als uns die Verantwortlichen in einer gemütlichen Gesprächsrunde erzählten, dass das Projekt von jungen Menschen gegründet wurde, die selbst einmal Betroffene von schwierigen Lebenssituationen waren. Eine der Grundideen des Projektes ist der Leitidee von Don Bosco nachzugehen: „Es ist nicht wichtig zu sagen, dass man jemanden liebt. Es ist wichtig, dass dein Nächster sich von dir geliebt fühlt.“ In diesem Moment wurde deutlich, wie diese Idee von den Mitarbeitern gelebt wird und auch bei den Kindern im Projekt Früchte trägt. Weiterlesen