Hoffnung und Zukunft von der Basis aus

P. Alwin Nagy ist Pfarrer in der Diözese Santiago del Estero und Assesor der Basisgemeinden in Argentinien. Er lebt als Fidei Donum Priester in Argentinien und engagierte sich auch in Herbrechtingen für Basisgemeinden in Deutschland. Er spricht im Video-Blog über die Hoffnung und die Zukunft, die sich aus den Basisgemeinden entwickeln kann. Er ist überzeugt, dass der Austausch auch mit den Basisgemeinden aus Afrika und Asien wichtige Impulse gibt, damit alle Menschen und insbesondere die Armen Platz haben, Lebensraum und ein würdiges Leben und gesundendes Leben gestalten können. Weiterlesen

Was bleibt nach dem großen Treffen vieler „kleiner Leute“ in Porto Velho?

Das knapp einwöchige Treffen der Deligierten der Basisgemeinden Brasiliens (CEBs) hinterlässt vielfältige Eindrücke. Bei mir überwiegt zunächst einmal die Dankbarkeit für die Gelegenheit, ein Stück Weg mitgegangen zu sein, sei es in Arbeitsgruppen, in Ansprachen, während der täglichen Liturgie, in Gesprächen oder auf dem heißen Asphalt, dem der ursprüngliche Regenwald um Porto Velho zum Opfer gefallen ist.

Lebendigkeit.  Sofern die 3.000 Deligierten die 80.000 Basisgemeinden Brasiliens repräsentieren – und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln – kann man uneingeschränkt feststellen, dass diese sehr lebendig sind. Davon zeugen die Liturgiefeiern ebenso wie die kulturellen Höhepunkte und die verschiedenen Charismen der anwesenden Frauen und Männer aus dem ganzen Land. Prägend für die vielen Gespräche sind die für den Anderen offenen Augen, Ohren und Herzen. Das Bild des Unterwegs-Seins der CEBs drückte sich bisher in einem Zug aus, an den zu jedem bisher zwölf landesweiten Treffen ein Waggon angehängt wird. Hier in Amazonien fügt sicht das Bild des Kanus als Fortbewegungsmittel hinzu. Überall zu spüren ist die Sensibilität für die Orte, an denen das biblische „Leben in Fülle“ bedroht ist und der Wille, das Leben von seinen Bedrohungen zu befreien (Armut, Umweltzerstörung, Gewalt, Korruption, Unterdrückung von Frauen, Kindern, Indigener, Afrobrasilianern und anderen so genannten Minderheiten, etc.). Weiterlesen

Basisgemeinden und Ökologie: „Aus dem Innern der Erde kommt der Schrei Amazoniens“

 

Das Thema des 12. Treffens der brasilianischen Basisgemeinden trifft mit dem Focus Ökologie eine Herausforderung planetarischer Dimension. Im Sinne Dom Helder Camaras, dem wir hier in Porto Velho in einer Ausstellung begegnen, versuchen die CEBs, die Zeichen der Zeit zu erkennen, um aus der anschließenden gemeinsamen Reflexion aus dem Glauben heraus zu Handlungsleitlinien für die Verbesserung der lebensbedrohenden Lebenssituationen zu gelangen.

Zwei Jahre lang haben die Basisgemeinden in allen Regionen des Landes zum Thema Ökologie gearbeitet, haben auf Bistums- und anschließend auf Regionalebene ihre Verterterinnen und Vertreter für das Nationaltreffen hier in Porto Velho bestimmt. Pe. Beozzo, der als Theologe seit vielen Jahren die CEBs begleitet, ist überzeugt, dass die Bewahrung der Schöpfung eine breite Resonanz in der katholischen Kirche Brasiliens bekommen hat, die natürlich auch in die Gesellschaft Brasiliens ausstrahlt. Weiterlesen

Eröffung des 12. Treffens der Basisgemeinden Brasiliens mit vielen „kleinen“ Leuten

Die Eröffnungsfeier des 12. Treffens der Basisgemeinden (CEBs) findet auf dem Madeira-Mamoré-Platz im Stadtzentrum von Porto Velho statt. Dort in der Nähe des Hafens haben sich viele tausend Menschen versammelt: 3.000 Delegierte aus ganz Brasilien, dazu etwa 4.000 ehrenamtliche Helfer/innen des Treffens und eine Vielzahl von Interessierten hier aus der Stadt. Die abendliche Hitze und die Anstrengungen der Anreise stehen vielen ins Gesicht geschrieben. Dennoch ist die Stimmung bei den Menschen, mit denen ich spreche, von großer Freude, Neugier und Offenheit geprägt. Viele haben eine Anreise per Bus von vier oder fünf Tagen hinter sich. Bisweilen konnten sie unterwegs in Pfarrreien essen, schlafen und duschen, die sich zu diesem Zweck eigens vorbereitet und organisiert hatten. So ist Porto Velho die Endstation von Bussen aus ganz Brasilien. Der Erzbischof von Porto Alegre, Dom Moacyr Grechi, hebt in seiner Begrüßung hervor, dass auf dem 12. Basisgemeindetreffen erstmals Delegierte aus allen 271 Bistümern Brasiliens präsent sind. Weiterlesen

Unterwegs zum 12. Treffen der Basisgemeinden in Porto Velho (Amazonien)

Voller Überraschungen ist mein Weg zum Treffen der Basisgemeinden Brasiliens (Comunidades Eclesiais de Base-CEBs), das erstmals im Amazonasgebiet stattfindet, nämlich in Porto Velho, der Hauptstadt des Bundesstaats Rondônia. Im Flieger von Frankfurt nach São Paulo treffe ich die langjährige Freundin Gleice. Sie lebt in Porto Velho und kehrt gerade von einer Europareise zurück, auf der sie eine Gruppe von fünf indigenen Völkern der Region begleitet hat. In verschiedenen Völkerkundemuseen fanden Besuche und Workshops statt, in denen es um die Kunst des Federschmucks ging. Die Begegnungen waren ein Geben und Nehmen, denn die Indigenen entdeckten in Exponaten und auf Fotos Techniken von Vorfahren und anderen Völker, die aufgrund der vielfältigen Bedrohungen heute nicht mehr praktiziert werden. Ebenso wie Sprache, Religion, Tanz und Musik – erklärt Gleice – ist der Federschmuck bis heute bei einigen Indígenas ein Element kultureller Ausdruckform, das eine wichtige Rolle für die Identität spielt und damit für den Überlebenskampf dieser Völker. Weiterlesen