Delegation: Von den zwei Welten und dem Händeschütteln im Chaco

Im Chaco gibt es zwei Welten: Die der Siedler, zum großen Teil deutschstämmige Mennoniten, und die der Indígenas. Fast 600 Kilometer sind wir durch den Chaco gefahren, von Asunción nach Norden. Gemeinsam mit leeren Viehlastern rollen wir über die einzige asphaltierte Strecke dieser Region, die Transchaco. Entgegen kommen uns Viehtransporter, auf denen Rinder blöken: Paraguay exportiert mehr Rindfleisch als Argentinien, und der Chaco ist die größte Weidefläche.

Täglich werden rund 1.000 Hektar Wald oder Macchiata pro Tag im Chaco gerodet, um Platz zu schaffen für neue Weideflächen. Mit großen Planierraupen reißen die Siedler das Gehölz aus dem Boden. Täglich wird eine Fläche von 500 Fußballfeldern in Paraguay abgeholzt. Aus dem gerodeten Holz wird Holzkohle hergestellt. 50.000 Tonnen Holzkohle pro Jahr sind es, die aus Paraguay vor allem nach Europa exportiert werden. In Deutschland wird die Holzkohle als Produkt aus „Abfallholz“ deklariert – so kann man es auch bezeichnen, wenn man den Wald gerodet hat, um den Raum für Viehzucht zu nutzen. Im „Chaco-Magazin“, einer Zeitschrift für die Viehzüchter, setzt man sich sogar kritisch mit der Waldrodung auseinander – und empfiehlt den Anbau von Eukalyptusbäumen. Die sind drei Jahre nach dem Pflanzen der Setzlinge so groß, dass man sie fällen und verkaufen kann. Weiterlesen