Paraguay: Die “Transchaco” und der “Bischoff Überall”

Bischof Lucio Alfert mit seinem Geländewagen unterwegs im Chaco.

Bischof Lucio Alfert mit seinem Geländewagen unterwegs im Chaco.

Der Regen kommt mit aller Macht. Endlich! Erdrückende 40 Grad hatten seit Tagen über dem paraguayischen Chaco gelegen, jeder Schritt in der grellen Sonne ist eine kleine Tortur. Doch jetzt prasseln dicke Tropfen auf die staubige Erde, die zuvor von der intensiven Sonne ausgetrocknet und hartgebacken worden war.

Die Transchaco, eine erst vor wenigen Jahren asphaltierte und trotzdem schon löchrige Piste, verwandelt sich in reinstes Aquaplaning. Nachdem er bereits in den Stunden vor dem Regen hunderten Schlaglöchern ausweichen musste, heisst es für Bischof Lucio Alfert nun, den Wagen trotz Wassermassen in der Spur zu halten. „Ich habe mal nachgerechnet, auf der Transchaco bin ich schon rund 1,5 Millionen Kilometer gefahren.” Bischof Alfert grinst und bleibt ruhig. Weiterlesen

Paraguay: Sie haben weniger als das Nötigste

Das erste Mal in meinem Leben habe ich hautnah miterlebt, was es für Menschen bedeutet Hunger zu leiden. So wenig zu haben, dass es für das Nötigste nicht genügt. Dabei wirkt das kleine Stückchen Land von Ernesto Juarez und seiner Familie so idyllisch. Im Schatten der Bäume liegt es im Herzen des Chaco im Gebiet Campo Loa. Die Kinder der Nivaclé-Familie tummeln sich vor der Hütte, das Kleinste liegt friedlich in der Hängematte und schläft.

Doch als Ernesto uns sein Häuschen zeigt, wird schnell klar, dass die Lebensbedingungen dieser Familie mehr als schwer sind. Die Hütte ist aus Wellblech, Holz und Planen gebaut. Ein Raum innen und ein überdachter Bereich außen. Insgesamt vielleicht 20 Quadratmeter. Hier wohnt die Familie mit 14 Personen. „Dort schlafen wir zu viert“, sagt er und deutet auf eine schwarze Plane auf dem Boden unter dem Vordach. Die unzähligen kleinen Löcher im Wellblech hat er mit Kaugummi notdürftig zugeklebt. „Wenn es regnet tropft uns Nachts immer das Wasser ins Gesicht“, sagt der 72-Jährige mit einem verlegenen Lächeln. Seine Frau steht daneben und nickt. Im Innern der Hütte liegen ein paar dünne Matratzen auf dem Boden – hier schlafen seine Kinder und Enkelkinder. Weiterlesen