„Ich habe eine zweite Heimat gefunden“

Nach einem Jahr Freiwilligendienst in dem vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützten Gemeinschaftszentrum in Paraguay ist das Land für Lisa Berndorfer zu einer zweiten Heimat geworden. Bald geht es zurück nach Deutschland – vorher wollte sie aber noch einen Herzenswunsch in die Tat umsetzen.
Zwei Frauen stehen vor einem Fluss

Lisa Berndorfer hat die Menschen in Paraguay in ihr Herz geschlossen. Foto: privat

„Alles ist relativ“ – Das sagte schon Albert Einstein und auch hier in Paraguay darf ich das an vielen Punkten erleben. Bei meiner Ankunft vor nun schon über elf Monaten hatte ich nicht nur jede Menge Kleidung, Gastgeschenke und Erinnerungsstücke im Gepäck, sondern auch eine „Brille“ aus Wertvorstellungen, Tugenden und Ansichten. Schnell durfte ich lernen, dass sich kulturelle Unterschiede nicht nur auf eine andere Kleidung oder Musik beschränken. Meine „Brille“, mit der ich in Deutschland immer scharf sehen konnte, half mir in vielen Situationen in Paraguay gar nicht mehr. Jetzt, da ich fast ein Jahr lang in eine etwas andere Welt eintauchen durfte, lernte ich zu verstehen, dass Systeme an anderen Orten der Welt anders funktionieren und trotzdem sinnvoll sein können.

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Ecuador: Mehr Mut zur Gelassenheit

Nell Richter arbeitet ein Jahr als Freiwillige beim Sozialwerk „Hogar de Cristo“ in Ecuador, Projektpartner vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Für den Weltfrauentag hat Nell eine Veranstaltung mitorganisiert – gar nicht so einfach für eine Deutsche im entspannten Ecuador.
Eine Frau macht einen roten Handabdruck auf ein Plakat

Handabdrücke für Frauenrechte. Am Weltfrauentag setzen sich Frauen gegen Femizide und für ihre Rechte ein. Foto: privat

Am 7. März, einen Tag vor dem Weltfrauentag, ging ich wie immer direkt nach dem Mittagessen zur Pastoral Social, in der ich den Großteil der Woche arbeite. Unsere Kollegin Irma erwartete Kathrin (meine Mitfreiwillige) und mich mit der Nachricht, dass wir bitte ganz dringend einen kleinen Steckbriefzettel am Computer designen sollten. Also gestalteten wir in Windeseile ein Informationsblättchen zu einer Veranstaltung des am nächsten Tags stattfindenden Frauentags.

Ich konnte es mal wieder nicht fassen: diese Organisation und Planung! Bereits Tage im Voraus hätte man den Zettel unter die Leute bringen sollen und noch davor hätte man uns damit beauftragen können, ihn anzufertigen. Nun wurden wieder mehrere Schritte in einen Nachmittag geschoben und für mein Verständnis viel zu kurzfristig versucht, etwas auf die Beine zu stellen. Ganz unproblematisch hätte ich bereits am Tag zuvor zumindest die Einladung und Vervielfachung erledigen können.

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Weltwärts Argentinien: Von Plastikweihnachtsbäumen und „Pan dulce“

Paul beim Krippenspiel in Argentinien.

Weihnachten – das ist Schnee, leckere Plätzchen mit Glühwein, Lebkuchen, das alljährliche Zusammentreffen der ganzen Familie mit allen gewohnten Begleiterscheinungen… und gerne darf es auch ein deftiger Wildbraten mit einem würzigen Weihnachtsbockbier sein!

Argentinien_Neujahr_1Es ergibt Sinn, in einer der dunkelsten Nächte des Jahres gemütlich am Ofen zu sitzen, etwas besinnlicher als sonst zu sein und sich des einzig Grünen zu dieser Jahreszeit – des Christbaums – zu erfreuen. Auch im christlichen Sinne ist es, wenn immer mehr Kerzen des Adventskranzes Licht und Hoffnung zu dieser Jahreszeit spenden, die nahende Geburt Jesu ankündigen und endlich in der „Noche Buena“ – der Heiligen Nacht – die Freude darüber in die Häuser oder wie man hier sagt „in die Herzen der Menschen“ Einzug erhält.

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Argentinien: 40 gegrillte Hühnchen für die Vegetarierin

ronja-150x150Nun bricht schon der dritte Monat für mich hier in Argentinien an und es fasziniert mich, wie schnell es gelingt, sich in ein komplett neues Umfeld einzuleben. Ich lebe in Merlo, einer Stadt in der Provinz Buenos Aires, und unterstütze die hiesige Gemeinde im Kinderhort und entdecke immer wieder neue Felder, in denen ich tätig werden kann.

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass ich dazugehöre und dass man sich für mich interessiert. Das Spanisch lernen und sprechen ist zwar noch ziemlich anstrengend, aber ich habe im Kindergarten super Mitmenschen, die mit mir meine Woche so einteilen, dass ich gut mitarbeiten kann. So helfe ich an den Tagen mit Sprachkurs in der Küche, wo es deutlich ruhiger und entspannter ist. An den anderen Tagen schaue ich mir nach und nach alle Gruppen an, um die Kinder kennenzulernen und mir ein Bild davon zu machen, wo ich nach der Kennenlernphase tätig werden möchte. Es ist faszinierend, wie gut mein Wörterbuch (nicht nur bei Kindern) ankommt. Den Kindern soll ich häufig daraus vorlesen.

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Als Freiwillige ein Jahr in Mexiko

In Mexiko hat sie zum Finale der Fußball-Weltmeisterschaft die deutsche Flagge aufgehängt, in Deutschland gehört die mexikanische Flagge zu ihren Erinnerungsstücken: Lena Gelsterkamp aus Dülmen ist in zwei Welten zu Hause. Zwölf Monate hat sie als Freiwillige in der katholischen Pfarrgemeinde Sagrado Corazón de Jesús (Heiliges Herz Jesu) in der mexikanischen Kleinstadt Progreso de Obregón gearbeitet. Seit Mitte August ist sie zurück, „mit neuen Horizonten“, wie sie selbst es beschreibt.

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Paraguay: Von Mückenstichen und Götterfunken

Theatergruppe in der Nachmittagsbetreuung im Bildungszentrum „Chacaritas“

Theatergruppe in der Nachmittagsbetreuung im Bildungszentrum „Chacaritas“

Ich lebe nun seit einem Monat in Paraguay, in der Zwei-Millionen-Stadt Asunción, die täglich wächst. Die Stadt ist riesig und auf den Straßen herrscht viel Verkehr. Es ist unmöglich einzuplanen, wie viel Zeit man von einem Ort zum anderen brauchen wird, da alles vom Verkehr abhängt. Mit den Bussen ist es ähnlich: Man weiß nie, wann sie vorbeikommen. Man wartet einfach. Toll ist, dass man einfach den Arm ausstreckt und der Bus einen aufgabelt, egal an welcher Stelle. Das erklärt dann auch gleich, warum der Bus langsam vorankommt. Aber im Grunde genommen, ist alles eine Frage der Sichtweise – man übt hier seine Geduld.

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