El Salvador: Ein sanftes kikirikiiii

„Auch der Prunk dieser Welt vergeht, all die falschen Siege. Die Liebe aber vergeht nicht. Was auch nicht vergeht, ist das Bemühen, Geld, Besitztümer und das eigene Schaffen zu einem Dienst an den Anderen gemacht zu haben; das Glück, alle Menschen als Geschwister erfahren und mit ihnen geteilt zu haben.“ (Oscar Romero)

Am heutigen Tag wurden wir von einem sanften kikirikiiii um 4.30 Uhr morgens geweckt. Nach mehreren erfolglosen Versuchen wieder einzuschlafen standen wir schließlich ein wenig später auf und wurden bereits sehr herzlich von unserer Gastmutter und dem Hauspapageien begrüßt. Uns erwartete bereits ein reichhaltiges Frühstück mit frischen Früchten, Brot, gebackenen Bananen und Bohnenmus. Nachdem wir uns für den Tag gestärkt hatten machten wir uns auf den Weg, um mit den anderen Studierenden und einigen Gastgeschwistern in das nahe gelegene Freibad zu fahren. Die Fahrt dorthin war für uns alle ein großes Highlight der Reise, da wir wie die El Salvadorianer hinten auf dem Pick up standen und der Wind uns um die Nase wehte. Im Freibad angekommen zog es alle direkt ins „kühle“ Nass, da die Hitze bereits am Morgen für uns Deutsche kaum ertragbar war. Trotz ständigen Eincremens während unseres Freibadbesuches wurde niemand von der hohen Sonneneinstrahlung verschont. Am Ende des lustigen und erholsamen Tages hatten alle einen Sonnenbrand. Weiterlesen

Mexiko: Bienvenidos a Valle de Chalco

Rohbau der Pfarrkirche

Rohbau der Pfarrkirche

Am Freitag ist unsere Frauentruppe, Sabrina, Elena, Nathalie, Mirjam und Frau Könemann, nach einem kurzen Zwischenstopp in Neza weiter in die Gemeinde Valle de Chalco gereist. Ein sehr herzlicher Empfang der Gemeinde stimmte uns positiv auf das neue kulturelle Erlebnis. Schon am Anfang kamen auf beiden Seiten Fragen auf, durch die wir erahnen konnten, wie viel wir kulturell voneinander lernen könnten. Unsere Gastmutter Elsa empfing uns mit den Worten: „Ich verstehe kein Deutsch, aber ich verstehe die Deutschen“ – die Familie hat schon viele deutsche Freiwillige aufgenommen, weswegen sie Kommunikationsschwierigkeiten gelassen gegenüber steht. Es ist allerdings ihre typisch mexikanische Offenheit und Herzlichkeit, mit der sie uns am meisten für ihre Kultur begeistert. Weiterlesen

Bolivien – Politik und Gastfreundschaft

Indigene und Weiße in BolivienBolivien ist vor allem für die wunderschöne Landschaft im Hochland bekannt und für die bis heute stark präsente indigene Kultur, die immer noch das tägliche Bild des bolivianischen Lebens prägt. Schlagzeilen macht das Land in den letzten Jahren aufgrund des ersten indigenen Präsidenten, Evo Morales, der im Dezember des letzten Jahres mit einem überraschend starken Ergebnis wiedergewählt wurde und nun seine zweite Amtszeit antritt. Sogar in den Departamentos des Tieflands, in denen die politischen Führungen weiterhin für mehr Autonomie kämpfen, stimmten viele Menschen für Evo Morales. Dennoch ist das Land gespalten, nicht nur geographisch in das durch die indigenen dominierte Hoch- und das vor allem von Weißen bevölkerte Tiefland, sondern auch ideologisch teilt sich das Land in Anhänger und Gegner der Regierung.
Schon während meines ersten Aufenthalts als Missionar auf Zeit in Bolivien ist mir der in der bolivianischen Gesellschaft stark verankerte Rassismus aufgefallen. Und auch jetzt, bei meinem zweiten Besuch, ist die starke gegenseitige Abneigung zwischen indigenen und Weißen allgegenwärtig und stellt meines Erachtens eines der größten Probleme dieses Landes dar. Verschärft wird dieser Konflikt durch Maßnahmen, wie die Nationalisierung der Bodenschätze, wodurch die gesamte bolivianische Bevölkerung von dem enormen Reichtum profitieren soll und nicht nur das ökonomisch starke Tiefland. Doch dort fühlen sich die Menschen hintergangen und fürchten weitere Einschnitte ihrer Prioritäten.
Doch vor allem unter den jungen Menschen im Tiefland gibt es viele, die eine differenzierte Meinung der bolivianischen Politik haben und vor allem die Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Situation der in Armut lebenden Bolivianer befürworten. Gleichzeitig werfen sie Evo Morales eine einseitige Politik vor, die nur die Indigenen bevorteilt und somit die Spaltung des Landes weiter vorantreibt.
Abseits der ganzen Probleme Boliviens, ist für mich aber vor allem die extreme Gastfreundschaft bemerkenswert, die ich sowohl im Tiefland als auch im Hochland erlebt habe. Menschen die in bitterer Armut leben und dennoch alles tun, um Gäste so gut wie eben möglich zu empfangen.
Warum ist ein Land wie Bolivien eigentlich nicht dafür bekannt? Weiterlesen